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Nasentropfen für Babys? Vorsicht - im schlimmsten Fall droht Koma

So gefährlich sind Nasentropfen für Babys
So gefährlich sind Nasentropfen für Babys Arzt warnt: Im schlimmsten Fall droht Koma 00:08:29
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Abschwellende Nasentropfen können bei Säuglingen heftige Nebenwirkungen hervorrufen

Kann es allen Ernstes sein, dass rezeptfreie Nasentropfen für Babys gefährlich sind? Eine Mutter hat sich bei uns gemeldet, weil ihre drei Monate alte Tochter wegen eines Kreislaufstillstands in die Kinderklink musste. Die Ursache: Angeblich handelsübliche Nasentropfen für Säuglinge und Kleinkinder.

Mutter Stefanie Stein: "Ich hab wirklich gedacht, mein Kind ist tot - das war's"

Die kleine Scarlett ist mittlerweile fünf Monate alt und völlig gesund. Und das ist nicht selbstverständlich, denn im vergangenen November schwebte das Kind in Lebensgefahr. Wegen eines Schnupfens wurden Scarlett vom Kinderarzt abschwellende Nasentropfen verordnet, sagt die Mutter Stefanie Stein. Ein Standard-Medikament, von dem sie ihrem Baby pro Nasenloch einen Tropfen vor dem Schlafen gab.

Kurz darauf sackte das Kleinkind regelrecht in sich zusammen. "Ihr Kopf war nach hinten gefallen und ihr Gesicht war weiß, sie hatte einen starren Blick und schaute nach oben. Eine Pupillenreaktion war in dem Moment gar nicht da", erinnert sich die junge Mutter, die als Krankenschwester auf einer Intensivstation arbeitet und weiß, wann es für Patienten kritisch wird. "Ich hab wirklich gedacht, mein Kind ist tot - das war's", sagt Stefanie Stein. Sie sprang auf und zwickte das Baby, schrie, und nach einigen Minuten zwinkerte Scarlett tatsächlich wieder. 

Das Mädchen kam sofort ins Krankenhaus. Dort war der behandelnden Ärztin schnell der mögliche Zusammenhang zwischen Nasentropfen und Kreislaufkollaps klar. Scarlett wurden beim Kinderarzt die Tropfen jedoch verordnet, ohne solche Gefahren anzusprechen. Warum? Eine Antwort blieb der Kinderarzt bis heute schuldig. 

Unsere Recherchen haben ergeben: Dass es diese Gefahren tatsächlich gibt, ist nichts Neues. "Nasentropfen wirken bei kleinen Kindern nicht nur lokal in der Nase, sie gehen ins Blut. Der Wirkstoff kann ins Gehirn gelangen, dort den Kreislauf herunterfahren und dafür sorgen, dass die Atmung schlechter wird", erklärt der Mediziner Professor Wolfgang Rascher vom Uni-Klinikum Erlangen. Besonders riskant sind demnach die Wirkstoffe Xylometazolin und Oxymetazolin. Rascher warnt: Im schlimmsten Fall droht Koma, selbst bei korrekter Anwendung.

Um den kleinen Schnupfennasen ein wenig zu helfen, lassen sich auch Meersalz-Sprays oder Inhalatoren einsetzen. Beide wirken zwar nicht abschwellend, befeuchten aber die Schleimhäute. Im Video erfahren Sie mehr über die Hintergründe und was Eltern beachten sollten.

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