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Nasenspray: Abhängigkeit von Nasenspray vorbeugen

Nasenspray: Schädlich und mit Suchtpotenzial
Bereits nach einer Woche Anwendung schädigen Nasensprays die Schleimhaut. Außerdem machen sie abhängig.

Nasensprays: Drei Gruppen

Was genau ist ein Nasenspray?

Im klassischen Sinne gilt als Nasenspray eine Flüssigkeit, die nach dem Einsprühen durch die Nasenlöcher lokal wirksam wird. Es gibt aber auch systemisch wirksame Schnupfensprays, bei denen der Wirkstoff über den Blutkreislauf Einfluss nimmt. Aufgenommen aber wird der Wirkstoff durch die Nasenschleimhaut, dessen gute Durchblutung einen schnellen Wirkungseintritt fördert.

Gibt es unterschiedliche Nasensprays?

In der Tat gibt es unterschiedliche Arten von Nasensprays. Hier die drei am häufigsten verwendeten Arzneitypen:

- Abschwellende Nasensprays enthalten einen speziellen Wirkstoff, der zu einer Abschwellung der Nasenschleimhäute führt. Zu dieser Kategorie gehören die meisten Nasensprays in Deutschland, sie sind apotheken-, aber nicht verschreibungspflichtig.

- Kortikoidhaltige Nasensprays bekommt man nur auf Rezept eines Arztes. Sie sind nicht als Mittel gegen den Erkältungsschnupfen gedacht, sondern vielmehr als Antiallergika zur Anwendung, beispielsweise gegen Heuschnupfen.

Es gibt aber auch Allergiker-Spray, die man in der Apotheke ohne Rezept erhält. Sie werden medizinisch als antihistaminikumhaltige Nasensprays bezeichnet.

-Eine dritte größere Gruppe sind salzhaltige Nasensprays. Man bekommt sie meist auch in Drogerien und Supermärkten. Sie sind eher ein Hilfsmittel als ein Medikament. Häufig handelt es sich um Meerwasser-Sprays, die befeuchtend und säubernd wirken sollen.

Gefahr durchs Nasenspray

Wieso sind Nasensprays gefährlich?

Salzhaltige Nasensprays sind nicht gefährlich, es sei denn, sie besitzen eine zu hohe Salzkonzentration. Für die im deutschen Handel zugelassenen Sprays trifft das nicht zu.

Aufpassen sollten Sie dagegen bei den anderen Varianten von Nasensprays. Hier ist vor allem die Dauer der Anwendung entscheidend für die Gefahr. Grundsätzlich sollen die Schleimhäute durch den eingesprühten Wirkstoff abschwellen. Nimmt man die Sprays länger als eine Woche, kann es jedoch zu Schäden an der Schleimhaut kommen. Durch eine Funktionseinschränkung bestimmter Rezeptoren schwillt die Haut ohne Einnahme des Sprays überhaupt nicht mehr ab, so dass eine dauerhafte Anwendung wird nötig. Der Patient macht dann die Erfahrung, dass er ohne Spray nicht mehr durchatmen kann und beginnt deshalb, das Mittel zu lange oder sogar dauerhaft einzunehmen.

Bei der Techniker Krankenkasse warnt man vor einer Gewöhnung an ein Nasenspray aufgrund zu langer Einnahme und einem vom Arzneimittel hervorgerufenen Schnupfen. Es besteht also Suchtgefahr und die Gefahr eines "paradoxen Effektes". Das Medikament ruft dann die Symptome hervor, gegen die es eigentlich eingesetzt wird. Schleimhautschädigungen setzten laut Techniker Krankenkasse (TK) bereits nach einer Woche Einnahme ein. Die meisten Patienten sind jedoch der Ansicht, dass sie die Sprays zwei Wochen lang einnehmen dürfen. Laut TK sind bereits 100.000 Deutsche von den Sprays abhängig.

Worauf muss man bei der Einnahme achten

Den Werbespruch seinen Arzt oder Apotheker zu fragen, sollte man ganz wörtlich nehmen. Wenn Ihnen ein bestimmtes Spray verschrieben oder empfohlen wird, fragen Sie gezielt nach der Wirkungsweise des Medikaments und vor allem nach der maximalen Anwendungsdauer. Länger als eine Woche sollten Sie gerade die abschwellenden Nasenspray nicht einnehmen. Ist Ihre Nase auch nach einer Woche noch verstopft, suchen Sie erneut das Gespräch mit dem Apotheker. Möglicherweise liegt die Ursache für den Schnupfen tiefer.

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