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Namensänderung nach der Scheidung: Was ist sinnvoll?

Namensänderung nach der Scheidung
Namensänderung nach der Scheidung: Was ist sinnvoll? © Tomasz Trojanowski - Fotolia

Namensänderung nach der Scheidung: Wieder den Mädchennamen?

Wer den Namen Boris Becker hört, weiß sofort, wer gemeint ist. Wer den Namen Barbara Becker hört, auch. Der Nachname „Becker“ ist eine Marke in der Welt des Jetsets, der Klatschblätter und des Bling-Bling. Elf Jahre nach der Scheidung will Boris aber nun, dass Ex-Frau Barbara wieder ihren Mädchenname annimmt. Lächerlicher Namensstreit? Oder ist es für beide Seiten besser nach einer Trennung namenstechnisch auf eigenen Füßen zu stehen?

Von Merle Wuttke

Generell stellt sich nach einer Trennung die Frage, wie man als Ex-Paar mit der Namensfrage umgeht. Am einfachsten wäre es natürlich, wenn jeder nach der Heirat seinen Geburtsnamen behält – hat den Vorteil, dass man sich weder eine neue Unterschrift angewöhnen noch sich später außer um Unterhalt, Sorgerecht und Erziehung auch noch um den Namen streiten muss.

Welcher Name nach der Scheidung?

Ansonsten gilt es sich nach der Trennung zu entscheiden: Namen vom Ex behalten oder zurück zum Geburtsnamen? Die Gebühr für die Namensänderung liegt bei 17 Euro und ist rechtlich unproblematisch, das Ganze kostet nur etwas Zeit und Nerven, da sämtliche Dokumente wie Reisepass, Führerschein etc. neu ausgestellt werden müssen – und, aufgepasst – gemeinsame Kinder behalten ihren alten Nachnamen, heißen im Falle einer Änderung also anders als die Mutter. Viele Frauen entscheiden sich daher nach der Scheidung den Namen des Ex-Mannes zu behalten. Macht viele Dinge sicherlich einfacher, etwa beim Kinderarzt, bei der Behörde oder auch in der Schule, da unterschiedliche Namen Außenstehende schnell in Verwirrung stürzen können.

Andererseits kommt es darauf an, wie man zu seinem ehemaligen Partner steht: Möchte ich durch den Namen jeden Tag an die gescheiterte Ehe erinnert werden? Oder ist das für mich nur ein Name wie jeder andere? Will ich endgültig mit der Vergangenheit abschließen?

Die Namensfrage ist letztendlich vor allem eine emotionale Frage, selten auch mal eine Frage des Geschmacks (oder des Marktwerts). Denn manchmal klingt der angenommene Name einfach besser als der Geburtsname, siehe Frau Becker. Und irgendeinen Vorteil muss so eine Scheidung ja nun auch mit sich bringen, oder?

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