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Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft: Welche Vitaminpräparate sind sinnvoll?

Viele Vitaminpräparate sind überflüssig, manche gefährlich
Viele Vitaminpräparate sind überflüssig, manche gefährlich Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft 00:02:07
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Vitaminpräparate sind für Schwangere nur bedingt sinnvoll

Wer schwanger ist, möchte nur das Beste für sein noch ungeborenes Baby. Viele gehen dabei allerdings nach der Devise „viel hilft viel“ vor und schlucken Vitaminpräparate, um das Baby optimal zu versorgen. Dabei sind viele Nahrungsergänzungsmittel nicht nur überflüssig, sondern ein Zuviel an bestimmten Vitaminen oder Mineralstoffen kann Mutter und Kind sogar schaden. Dies belegt eine aktuelle Studie der Universität Oxford.

Das heißt allerdings nicht, dass werdende Mütter Nährstoff- und Vitaminpräparate grundsätzlich verteufeln sollten. Denn bei einigen Vitaminen und Mineralstoffen ist eine Substitution durchaus empfehlenswert. Dazu zählt beispielsweise Folsäure. Folsäure findet sich in Form von Folat zwar in vielen Lebensmitteln wie Brokkoli, Möhren, Vollkornprodukten und Innereien, allerdings in nur sehr geringer Menge. Da Folsäure eine wichtige Rolle bei der Zellteilung spielt und das Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft fördert, raten Ärzte zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Folsäure – auch schon bei Kinderwunsch. Die Bildung des Neuralrohrs, aus dem sich das Gehirn und Rückenmark des Fötus bilden, beginnt bereits in der Frühschwangerschaft und ist in der vierten bis achten Woche schon abgeschlossen. Und für dessen Entwicklung ist Folsäure essentiell. Wenn die Frauen mit der Folsäureaufnahme erst beginnen, sobald die Schwangerschaft festgestellt wurde, kann es unter Umständen bereits zu spät sein, um eine optimale Versorgung des Embryos mit dem Nährstoff sicherzustellen. Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere sollten daher Folsäurepräparate schlucken. Der Internist Dr. Harald Schneider empfiehlt Präparate, die 400 (ab der 13. Schwangerschaftswoche) bis 800 Mikrogramm (bei Kinderwunsch und bis zur zwölften Schwangerschaftswoche) Folsäure enthalten.

Ein Zuviel an Vitamin A begünstigt Fehlgeburten und Missbildungen beim Fötus

Viele Schwangere greifen auch zu Eisenpräparaten. Vernünftig oder überflüssig? Nach Auskunft des Mediziners kann sich Eisenmangel in Form von Müdigkeit und Abgeschlagenheit äußern. Vor der Einnahme eines Eisenpräparates sollten Schwangere aber auf jeden Fall ihre Eisenwerte bestimmen lassen. Diese überprüft der betreuende Frauenarzt aber ohnehin im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Eisenpräparate sollten nur dann eingenommen werden, wenn tatsächlich ein Eisenmangel vorliegt und nach Rücksprache mit dem Arzt.

Von Vitamin-A-Präparaten sollten Schwangere grundsätzlich die Finger lassen. „Hochdosiert eingenommen kann Vitamin A das Fehlgeburts-Risiko sowie die Wahrscheinlichkeit für Miss- oder Fehlbildungen erhöhen“, warnt Schneider. Sein Tipp: Schwangere, die sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, können - bis auf wenige Ausnahmen - auf Nahrungsergänzungsmittel verzichten. Orientieren Sie sich an den Farben des Regenbogens und versuchen Sie, am Tag je ein Lebensmittel der entsprechenden Farbe zu essen. So gewährleisten Sie, dass Ihr Ungeborenes alles bekommt, was es braucht - und Sie auch!

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