GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Nahmen die Attentäter von Paris Captagon?

Nahmen die Attentäter von Paris Captagon?
Nahmen die Paris-Attentäter Captagon? © picture-alliance / Sven Simon, FleigWaelischmiller / SVEN SIM

Deutscher Sportbund setzte Captagon auf die Dopingliste

130 Menschen starben bei den Terror-Anschlägen von Paris. Nach solchen Schreckensnachrichten stellt sich die Frage: Wie können Menschen anderen Menschen nur so etwas antun? Logisch ist das nicht nachzuvollziehen. Jetzt kursieren Gerüchte, dass die Terroristen vor der Tat die Droge Captagon konsumiert haben. Verständlicher macht diese Spekulation die Anschläge natürlich nicht. Aber was ist Captagon?

Der Wirkstoff Fenetyllin, der im Medikament Captagon steckt, wurde in den 1960er Jahren zur Behandlung von ADHS und Depressionen eingesetzt. Captagon steigert die Konzentrationsfähigkeit, deshalb setzte der Deutsche Sportbund Captagon 1978 auf die Dopingliste, auch die Welt-Anti-Doping-Agentur zog nach. Die enthaltenen Wirkstoffe schalten jegliche Gefühle aus, mit Ausnahme von Euphorie. "Angst kennst du in diesen Momenten nicht. Es gibt dir Kraft und Mut", berichtete ein ehemaliger Kämpfer aus Syrien der 'BBC'. Nebenwirkungen sind Schlaflosigkeit, Paranoia, Psychosen oder Herz-Kreislauf-Zusammenbrüche. Auch Krämpfe und Appetitlosigkeit können - wie bei Methamphetamin - als Nebenwirkungen auftreten.

Ob die Dschihadisten von Paris wirklich die Droge genommen haben und dadurch hemmungslos wüteten, ist nicht klar. Allerdings wurden Spritzen im Hotelzimmer der Attentäter gefunden.

Anzeige