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Nagellack-Test: Chanel und Butter London nicht verkehrsfähig

Sieben Fehler beim Nägellackieren!
Sieben Fehler beim Nägellackieren! Das haben Sie bisher falsch gemacht! 00:01:47
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'Öko-Test' nimmt 19 Nagellack-Sorten unter die Lupe

Nagellack sollte eigentlich nur gut aussehen und möglichst robust sein - aber bitte keine Giftstoffe enthalten. Die Zeitschrift 'Öko-Test' hat jetzt allerdings aufgedeckt, dass ausgerechnet in den teuren Nagellacken der Firmen Butter London und Chanel einen Stoff steckt, der im Verdacht steht, das Erbgut zu schädigen. Insgesamt untersuchte ÖKO-TEST 19 Nagellacke auf ihre Inhaltsstoffe. Einen Nagellack ganz ohne umstrittene Hilfsmittel gab es nicht.

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Nagellack-Sorten im Test
Durchgefallen: Zwei Nagellack-Sorten der Marken Chanel und Butter London wurden von 'Öko-Test' mit 'ungenügend' beurteilt. © funkenschlag - Fotolia

Dabei wirbt der Anbieter Butter London auf seinen deutschen Internetseiten explizit dafür, dass die verwendeten Lacke vegan, natürlich und besonders für Schwangere geeignet seien. "Nicht verkehrsfähig" lautet das Urteil für 'Lack Snog' von der kultigen Marke Butter London und den edlen 'Le Vernis' von Chanel.

In beiden Lacken konnte Phenol nachgewiesen werden - ein Stoff, der in Kosmetik klar verboten ist. Die nachgewiesenen Mengen sind zwar relativ gering, der Stoff kann jedoch zu Nervenstörungen führen und steht zudem im Verdacht, das Erbgut zu schädigen. Der Lack Snog von Butter London ist zudem der einzige Lack im Test, bei dem Formaldehyd/-abspalter gefunden wurden. Außerdem weist er eine erhöhte Menge Triphenylphosphat auf. Diese phosphororganische Verbindung, die bei Nagellacken wahrscheinlich als Weichmacher fungiert, gilt als Kontaktallergen.

Die günstigsten Nagellacke schnitten mit "gut" ab

Aber immerhin bekamen fünf Produkte das Testurteil 'gut'. Erfreulich: Die Preissieger 'Express Nails 45, 208' der Marke Rival de Loop und der 'Colour & Go, 111 English Rose' von Essence für unter 2 Euro waren unter den mit 'gut' bewerteten Nagellacken. Auch die Nagellacke der Naturkosmetik-Firmen Sante und Benecos und der 'Silicium Nail Polish' von La Roche-Posay schnitten 'gut' ab.

Fünf Nagellacke erhielten die Note 'befriedigend' und vier der getesteten Nagellacke bekamen von 'Öko-Test' ein 'ausreichend'. Grund für die Abwertungen waren unter anderem bedenkliche UV-Filter sowie eine Verbindung, die bei Nagellacken wahrscheinlich als Weichmacher fungiert, aber als Kontaktallergen bekannt ist.

Positiv aufgefallen im Vergleich zu früheren Tests ist immerhin, dass die Hersteller keine größeren Mengen fortpflanzungsgefährdender Lösemittel und keine problematischen Phtalat-Weichmacher mehr einsetzen.