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Nachtschreck: Das passiert und so können Sie helfen

An einen Nachtschreck kann sich das Kind normalerweise nicht erinnern.
Ein Nachtschreck sieht für Eltern meist schlimmer aus als er ist. Wichtig: Immer Ruhe bewahren! © Getty Images/iStockphoto, marcduf

Das Wort Nachtschreck beschreibt das, was passiert eigentlich schon ganz gut: Das Baby oder Kleinkind schreckt aus dem Schlaf hoch, ist verwirrt und oft verängstigt. Doch was genau passiert bei einem Nachtschreck und was können Sie tun, um Ihrem Kind zu helfen? Wir verraten es Ihnen.

Was ist ein Nachtschreck?

Der Nachtschreck, auch Nachtterror, Schlafschreck oder Pavor Nocturnus genannt, ist eine Form der Schlafstörung vorwiegend bei Kindern: Ein von dieser Störung betroffenes Kind schreckt aus der Non-REM-Schlafphase auf und erlebt Angstzustände, an die es sich am nächsten Tag nicht mehr erinnern kann.

Was ist die Non-REM-Schlafphase? - Die Non-REM-Phase setzt sich aus drei Schlafphasen zusammen, in denen Träume jedoch nur sehr selten vorkommen: 1. Phase zwischen Wachen und Schlafen, 2. Stabiler Schlaf und 3. Tiefschlaf. Träume treten vor allem in der REM-Phase auf (REM = Rapid eye movement).

Am Nachtschreck leiden Babys frühestens ab dem neunten Lebensmonat, in seltenen Fällen kann er bis ins Erwachsenenalter andauern. In der Regel allerdings sind Kinder zwischen vier und sieben Jahren betroffen. Experten gehen davon aus, dass etwa 15 Prozent der Kinder in diesem Alter vom Schlafschreck betroffen sind – Jungen etwas häufiger als Mädchen.

Was sind Anzeichen für einen Nachtschreck?

Die typischen Symptome des Nachtschrecks sind ein plötzliches Erwachen des Kindes, fünfzehn Minuten bis drei Stunden nach dem Einschlafen.

Das Kind wimmert, keucht und schreit oder schlägt gar um sich – ist allerdings dabei nicht richtig wach, obwohl es oft die Augen aufhat.

In der Zeit des Nachtschrecks spürt das Kind eine große Angst, die sich durch kalten Schweiß sowie einen beschleunigten Puls und eine schnelle Atmung äußert.

Ist der Anfall vorbei, schläft das Kind meistens wieder ruhig ein und kann sich nicht an den Vorfall erinnern.

Schlafschreck: So verhalten Sie sich bei einem Angstanfall

Leidet Ihr Kind unter dem Nachtschreck, sollten Sie nicht versuchen, es während es Panikanfalls zu beruhigen. Auch wenn es der natürliche Reflex einer Mutter und eines Vaters ist, verstärken Weck- oder Tröstversuche seitens der Eltern meist nur das Angstgefühl des Kindes.

In der Nähe bleiben sollten Sie während des Schlafschrecks trotzdem: So verhindern Sie, dass dem Kind etwas passiert, wenn es zum Beispiel um sich schlagen sollte. Manchmal kann allerdings ein Ortswechsel in ein kühleres Zimmer oder an die frische Luft dabei helfen, den Nachtschreck schneller zu beenden. Öffnen Sie also zum Beispiel die Fenster, wenn Sie Ihr Kind nicht anfassen wollen, um es nicht zu erschrecken.

Wenn Ihr Kind mobil ist, das heißt sich eigenständig aus dem Bett begeben kann, sollten Sie außerdem Ihre Wohnräume absichern. Gibt es Treppen, die das Kind hinunterfallen könnte oder Schwellen, über die es stolpern könnte oder ähnliches?

Und ganz wichtig: Bleiben Sie ruhig! Es gibt nichts, was Sie in diesem Moment für Ihr Kleines tun können. Auch wird es keine psychischen Schäden davontragen, da die Kinder am nächsten Tag in der Regel nichts mehr von dem Nachtschreck wissen.

Kann ich dem Nachtschreck vorbeugen?

Bisher ist immer noch umstritten, warum ein Nachtschreck auftritt. Daher gibt es keine sicheren vorbeugenden Maßnahmen, die erfolgsversprechend sind.

Empfohlen wird jedoch eine beruhigende Zu-Bett-geh-Routine und geregelte Bettzeiten, da zum Beispiel Schlafmangel unter Verdacht steht den Nachtschreck auslösen zu können.

Sollte ich bei einem Pavor Nocturnus zum Kinderarzt gehen?

Nach dem ersten Auftreten des Nachtschrecks sollten Sie sicherheitshalber den Kinderarzt aufsuchen: Die Symptome einer schlafgebundenen Epilepsie können nämlich ähnlich sein. Im Gegenteil zu dieser ernsthaften körperlichen Störung ist der Schlafschreck letztendlich harmlos und verschwindet oft innerhalb von wenigen Monaten von alleine.

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