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Nachtschreck: So helfen Sie Ihrem Kind bei dem Panikanfall im Schlaf

Nachtschreck: So helfen Sie Ihrem Kind bei einem Angstanfall in der Nacht
Oft lassen sich Kinder zuerst nicht aus einem Schlafschreck wecken, selbst wenn ihre Augen geöffnet sind. © picture-alliance, M. Stolt / CHROMORANGE

Was ist ein Nachtschreck?

Der Nachtschreck (auch Schlafschreck oder Pavor Nocturnus genannt), eine Form der Schlafstörung, ist eine große Belastung für die Eltern: Ein von dieser Krankheit betroffenes Kind wacht oft mit einem Schrei, Keuchen und Wimmern auf und ist bis zu fünfzehn Minuten nicht ansprechbar. In dieser Zeit spürt das Kind eine große Angst, die sich durch kalten Schweiß sowie einen schnelleren Puls und eine beschleunigte Atmung äußert. So gehen Sie am besten mit dem Nachtschreck um.

Am Nachtschreck leiden frühestens Babys ab dem neunten Lebensmonat, in seltenen Fällen kann er bis ins Erwachsenenalter hin andauern. In der Regel allerdings sind Kinder zwischen vier und sieben Jahren betroffen. Experten gehen davon aus, dass etwa 15 Prozent der Kinder in diesem Alter vom Schlafschreck betroffen sind – Jungen etwas häufiger als Mädchen.

Die typischen Symptome des Schlafschrecks sind ein plötzliches Erwachen des Kindes, oft schon fünfzehn Minuten bis drei Stunden nach dem Einschlafen. Das Kind wimmert, keucht und schreit – ist allerdings dabei noch nicht richtig wach. Vielmehr befindet es sich in einer Phase zwischen der Non-REM-Schlafphase und der REM-Phase, also dem Tiefschlaf – selbst, wenn die Augen offen sind. Aus diesem Grund ist es schwierig, das Kind aus dem Schlafschreck heraus zu wecken oder anzusprechen – das klappt in vielen Fällen erst nach circa fünfzehn Minuten. Ist der Anfall vorbei, schläft das Kind meistens wieder ruhig ein und kann sich nicht an den Vorfall erinnern.

Schlafschreck: So verhalten Sie sich bei einem Angstanfall

Leidet Ihr Kind unter dem Schlafschreck, sollten Sie nicht versuchen, es während es Panikanfalls zu beruhigen. Auch wenn es der natürliche Reflex einer Mutter und eines Vaters ist, verstärken Weck- oder Tröstversuche seitens der Eltern meist nur das Angstgefühl des Kindes. In der Nähe bleiben sollten Sie trotzdem: So verhindern Sie, dass dem Kind etwas passiert, wenn es zum Beispiel um sich schlagen sollte. Manchmal kann allerdings ein Ortswechsel in ein kühleres Zimmer oder an die frische Luft dabei helfen, den Anfall schneller zu beenden.

Nach dem Anfall sollten Sie sicherheitshalber den Kinderarzt aufsuchen: Die Symptome einer schlafgebundenen Epilepsie sind nämlich ähnlich. Im Gegenteil zu dieser ernsthaften körperlichen Störung ist der Schlafschreck letztendlich harmlos und verschwindet oft innerhalb von wenigen Monaten.

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