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Nachname und Karriere: So bestimmt der Familienname den Erfolg im Job

Wie der Nachname den Erfolg bestimmt
Wer einen adelig klingenden Nachnamen hat, hat größere Chancen, in Führungspositionen zu landen © picture alliance, Yuri Arcurs

220.000 Nachnamen im Job-Portal analysiert

Sie heißen König, Ritter oder Graf? Dann haben Sie definitiv Glück gehabt. Denn Menschen, deren Nachnamen aristokratisch oder adlig klingen, landen öfter in Führungspositionen.

Zu diesem Ergebnis kamen zumindest die Psychologen Raphael Silberzahn von der University of Cambridge und Eric Luis Uhlmann von der 'Hautes études commerciales'. Um herauszufinden, ob es für die berufliche Entwicklung eine Rolle spielt, welchen Nachnamen man trägt, haben die beiden Forscher die Profile von gut 223.000 Mitgliedern der Job-Plattform 'Xing' untersucht. Sie filterten dazu Mitglieder heraus, deren Nachnamen adlig oder vornehm klangen, wie zum Beispiel König, Graf oder Ritter und verglichen, welche momentane berufliche Jobposition diese Mitglieder hatten. Dasselbe taten sie mit Mitgliedern, die weniger prestigeträchtige Namen wie Koch, Bäcker oder Fischer hatten.

Menschen mit Nachnamen König häufiger Chef

Und siehe da: Menschen, die mit einem vornehm anmutenden Namen gesegnet waren, hatten deutlich häufiger eine Führungsposition inne als die Fischers und Müllers dieser Welt. So lautet zumindest das Ergebnis der Studie, die Silberzahn und Uhlmann demnächst im Fachjournal "Psychological Science" veröffentlichen werden.

Das heißt zwar im Umkehrschluss nicht, dass ein vornehmer Name allein Garant für einen beruflichen Erfolg ist. Aber dennoch scheint es so zu sein, dass der eigene Name sowohl die Selbstwahrnehmung steuert – heißen wir prestigeträchtig, trauen wir uns unter Umständen bestimmte Dinge eher zu – und , was vielleicht noch viel entscheidender ist, dass adlig klingende Namen den Eindruck mitbestimmen, den andere von uns gewinnen. Dieser Effekt ist auch von Vornamen bekannt. Da Nachnamen jedoch noch sehr viel mehr auf berufliche Positionen und damit unterbewusst auf angenommene Kompetenzen in bestimmten Bereichen verweisen, könnte der Zuschreibungs-Effekt dort womöglich noch stärker sein.

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