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Nachgeburt: Was ist das und ist sie schmerzhaft?

Bild: Nachgeburt - Was ist das und ist sie schmerzhaft?
Auf was muss ich mich bei der Nachgeburt gefasst machen? © Getty Images/iStockphoto, Kangah

Wie läuft die Nachgeburt ab?

Ist das Kind wohlbehalten zur Welt gekommen, ist die größte Anstrengung für die frische Mutter zwar vorbei, doch kann sie sich immer noch nicht ganz ausruhen. Denn die Nachgeburt steht ja noch an. Was genau das ist und auf welche Schmerzen Sie sich dabei gefasst machen müssen.

Die wohl größte, körperliche Herausforderung im Leben einer Frau ist die Geburt ihres Kindes. Umso erleichterter ist sie, wenn dieser Akt vorbei ist. Doch selbst direkt nach der Geburt bleibt den frischen Müttern nur eine kleine Verschnaufpause, bis die Gebärmutter erneut kontrahiert. Der Grund dafür: die sogenannte Nachgeburt.

Was ist die Nachgeburt?

Sprechen Ärzte von der Nachgeburt, dann meinen sie damit die Häute der Fruchtblase, die Nabelschnur sowie die Plazenta, also den Mutterkuchen, der das Baby die Zeit im Bauch über mit allen wichtigen Nährstoffen sowie mit Sauerstoff versorgt hat.

Die Nachgeburt ist etwa tellergroß, weich und schwammig, wiegt ein Sechstel des Gewichts des Kindes und ist zwei bis drei Zentimeter dick.

Was passiert bei der Nachgeburt im weiblichen Körper?

Damit sich die Plazenta von der Gebärmutter lösen und als Nachgeburt ausgestoßen werden kann, setzen nach der Geburt sogenannte Nachgeburtswehen ein. Diese Kontraktionen werden durch Hormone ausgelöst, die die Plazenta abgibt. Die Wehen kommen unregelmäßig und sind deutlich schwächer als die Geburtswehen. Die Nachgeburtswehen bewirken, dass sich die Gebärmutterwand verdickt und die innere Oberfläche des Uterus verkleinert. Warum? Nur so kann sich die Plazenta allmählich von ihrer Haftfläche lösen.

Etwa 300 Milliliter Blut kommen mitsamt Mutterkuchen, Fruchtblase und restlicher Nabelschnur bei der Nachgeburt zum Vorschein. Das liegt daran, dass bei der Ablösung kleine Blutgefäße zwischen Plazenta und Gebärmutter reißen. Die Blutung sorgt neben den Wehen ebenfalls dafür, dass sich die Plazenta schneller löst.

Im Anschluss an die Nachgeburtswehen kommen die Nachwehen, die zum einen zur Blutstillung und zum anderen zur Rückentwicklung der Gebärmutter beitragen.

Anzeichen, dass die Nachgeburtsphase losgeht

Neben den einsetzenden Nachgeburtswehen gibt es noch ein paar weitere Anzeichen, die darauf hindeuten, dass sich der Mutterkuchen gelöst hat:

  • Nabelschnur ist um mindestens zehn Zentimeter vorgerückt
  • Gebärmutter ist hart und kantig
  • Druck auf den Enddarm (die sogenannte Afterbürde)
  • Nabelschnurgefäße sind erschlafft und nicht mehr mit Blut gefüllt

Nun muss die Frau ein letztes Mal pressen, um die Nachgeburt nach draußen zu befördern.

Wie lange dauert die Ablösung der Plazenta?

Die Nachgeburtsperiode dauert im Normalfall zwischen fünf und 30 Minuten. Heutzutage wird in vielen Fällen auch das Hormon Oxytocin gespritzt, welches die Dauer der Nachgeburt verkürzt. Ist die Blutung, die durch das allmähliche Ablösen entsteht, nicht stark genug, kann die Nachgeburt auch bis zu einer Stunde dauern, was von Ärzten und Hebammen aber noch als normal angesehen wird. Während dieser Zeit bleibt die Mutter weiterhin im Kreißsaal.

Nachgeburt: Welche Komplikationen sind möglich?

Hat sich die Nachgeburt nicht vollständig aus dem Körper gelöst, kann dies zu Blutungen, Wucherungen und Infektionen führen. Deshalb wird immer geprüft, ob sie auch vollständig herausgepresst wurde. Sind tatsächlich Reste im Uterus verblieben, muss der Arzt eine Ausschabung vornehmen, die er unter einer kurzen Narkose durchführt. In der Regel ist diese letzte Phase der Geburt jedoch komplikationsfrei.

Ist ein Kaiserschnitt notwendig, wird die Nachgeburt gleich nach dem Baby aus der Gebärmutter entfernt.

Was passiert mit der Nachgeburt?

Schon seit längerer Zeit ist es zum Trend geworden, die Nachgeburt nicht einfach im Krankenhaus zu lassen, wo sie fachmännisch entsorgt wird. Viele Familien nehmen sie mit nach Hause und entscheiden sich beispielsweise dafür, die Plazenta im Garten zu vergraben und auf ihr einen ‚Lebensbaum‘ zu pflanzen.

Andere … mutige Mütter nehmen die Plazenta ebenfalls mit nach Hause, um aus ihr beispielsweise einen Smoothie zu machen oder Plazentapulver oder auch Globuli herstellen zu lassen. Ob die Einnahme der verarbeiteten Plazentra jedoch wirklich positive Auswirkungen auf den Körper hat, muss in Studien erst noch umfassend geklärt werden.

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