Nach Wallraff-Reportage von der Wiesn: Das hat sich für die Security geändert

Oktoberfest: Schlägereien, Geschrei, Übergriffe

Anstatt für Sicherheit zu sorgen, wurden sie auf dem Münchner Oktoberfest oft selbst zum Sicherheitsrisiko: Türsteher, Ordner und Security-Dienste haben nicht das beste Image. Wie brutal die Security-Mitarbeiter auf Wiesn-Gäste losgingen, haben Reporter des Team Wallraff vor einem Jahr aufgedeckt. Damit es solche Szenen in diesem Jahr nicht mehr gibt, gelobten Firmen nach der Ausstrahlung Besserung und kündigten Schulungen für die Türsteher an. Günter Wallraff und sein Team haben nun einen solchen Kurs besucht.

Günter Wallraff auf der Wiesn: So wird die Oktoberfest-Security geschult
Wiesn-Sicherheit: Günter Wallraff zeigt sich mit dem neuen Training für Security-Mitarbeiter zufrieden.

Eine Million Liter Bier wurden bereits am ersten Wochenende des Oktoberfests getrunken – klar, dass da nicht jeder Gast friedlich bleibt. Allein 500 Polizisten sind in diesem Jahr rund um die Theresienwiese in München im Einsatz, um die Sicherheit der Besucher zu garantieren. Unterstützt werden die Gesetzeshüter von 800 bis 1.000 Ordnern verschiedener Sicherheitsdienste. Die sollen vor allem vor und in den Zelten für Ruhe sorgen.

Trotzdem ist die Situation in den letzten Jahren oft eskaliert. Günter Wallraff hat mit seinem Team vor einem Jahr undercover auf der Wiesn recherchiert – jetzt will er wissen, was sich geändert hat. Zu diesem Zweck besucht er die Firma Pappenberger. Der Chef, Jörg Pappenberger, hat für dieses Jahr einige Änderungen versprochen. „Wir haben die Schulungen angepasst, wir haben Deeskalation in das Konzept gebracht und die Uniformen angepasst. Ich denke, wir sind hier auf dem guten Weg“, so der Chef der Security-Unternehmens.

Das Team Wallraff nimmt an einer Schulung teil – und ist positiv überrascht. „Man versucht, ein Training zu gewährleisten, das auf Deeskalation abzielt“, so die Meinung des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff. Die ist dringend nötig: 49 Festnahmen und 700 leichte Verletzungen sind die Bilanz des ersten Oktoberfest-Wochenendes 2014.

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