Nach Vergewaltigung und Mobbing: Opfer (17) begeht Selbstmord

Vergewaltigte Rehtaeh (17) erhängt sich

Eine 17-Jährige aus dem kanadischen Halifax wurde zuerst vergewaltigt und anschließend massiv gemobbt, nachdem ihre Peiniger ein Foto von der Tat im Internet verbreitet hatten. Weil sie die Beleidigungen nicht mehr ertragen konnte, hat Rehtaeh sich jetzt erhängt. Ihre Mutter hat die Facebook-Trauerseite 'Angel Rehtaeh' zum Gedenken an ihre Tochter eingerichtet, auf der sie in einem offenen Brief über die Geschehnisse spricht und mit zahlreichen Fotos an Rehtaeh erinnert.

Rehtaeh (17) erhängt sich nach Vergewaltigung und Mobbing
Nach Vergewaltigung und Mobbing: Rehtaeh (17) erhängt sich © Facebook/ 'Angel Rehtaeh'

Als 15-Jährige wurde Rehtaeh 2011 auf einer Party von vier Jungen vergewaltigt. Einer der Vergewaltiger hatte Fotos von der Tat gemacht und eines davon anschließend veröffentlicht. Mit den darauf folgenden Demütigungen nahm Rehtaehs Leidensweg seinen Lauf: Das Foto kursierte unter den Mitschülern ihrer High School, die Rehtaeh als "Schlampe" beschimpften und beschuldigten, "selbst Schuld" an dem Übergriff gewesen zu sein. Das Mobbing sei so schlimm gewesen, dass Rehtaeh umzog, die Schule wechselte und zeitweise auch stationär psychologisch betreut wurde, so ihre Mutter.

Auch ihre Familie kümmerte sich intensiv um sie, ihre Mutter gab sogar ihren Job auf, um Rehtaeh voll zur Seite stehen zu können. Trotzdem plagten das Mädchen Selbstmordgedanken, Depressionen und die Wut über das Erlebte. Zwischenzeitlich befand Rehtah sich zwar auf dem Weg der Besserung, doch sie litt immer noch unter extremen Stimmungsschwankungen.

Nach einem Gefühlsausbruch Anfang April habe Rehtaeh sich im Badezimmer eingeschlossen und dort erhängt. Zwar fand ihre Mutter sie noch lebend, doch Rehtaeh starb drei Tage später im Krankenhaus.

Laut Rehtaehs Mutter wurde sich mit dem Fall juristisch nicht angemessen befasst: Ein Jahr nach dem Vorfall wurden die Ermittlungen eingestellt, weil Aussage gegen Aussage stand. Aufgrund des hohen medialen Interesses wollen die Behörden den Fall nun aber neu aufrollen - ob es zu einer Anklage gegen die vier mutmaßlichen Vergewaltiger kommen wird, ist jedoch unklar.

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