Nach Transplantation: Mann spielt Klavier mit den Händen eines Toten

Nach Transplantation: Mann spielt Klavier mit den Händen eines Toten
Nach der Transplantation ist Richard in der Lage, Klavier zu spielen. (Symbolbild) © picture alliance / Frank Duenzl, Frank Duenzl

Transplantation von Händen: Ein medizinisches Wunder

Richard Mangino aus Boston, USA, hat seine Lebensfreude wiedergefunden: Nachdem er vor einigen Jahren aufgrund einer Nierensteininfektion sowohl die Füße als auch die Hände verlor, bekam er im Alter von 65 Jahren eine Transplantation beider Hände. Seitdem ist er wieder in der Lage, mit seinen Enkeln Football zu spielen, zu malen und sogar Klavier und Gitarre zu spielen – ein medizinisches Wunder, berichtet die US-amerikanische Zeitung 'Boston Globe'.

Der heute 66-jährige Richard Mangino erlitt im Jahr 2002 eine Blutinfektion durch Nierensteine. In der Folge mussten alle Extremitäten des Mannes, also beide Füße und Hände, amputiert werden. Über zehn Jahre lang lernte er daraufhin, mit Prothesen sein Leben zu meistern. Mangino gab die Hoffnung nie auf: Er lernte, mit den Prothesen vieles zu tun, was er vor der Amputation gerne gemacht hatte: Zu malen, Klavier zu spielen und Auto zu fahren. Allerdings fehlte Richard immer das Gefühl, die Händchen seiner Enkel in den eigenen Händen spüren zu können. Aus diesem Grund trug er sich in eine Warteliste für eine Transplantation ein.

Im Alter von 65 wurde Richards Traum Wirklichkeit: In einer zwölf Stunden dauernden Operation bekam er neue Hände anoperiert. Sie stammten von einem 44 Jahre alten Mann, der kurz davor gestorben war. An der Transplantation am Brigham and Women's Hospital in Boston waren insgesamt 14 Ärzte beteiligt. Aufgrund des recht hohen Alters des Patienten war eine vollständige Adaption der neuen Hände nicht zu erwarten - die positive Entwicklung, die Richard nun durchlebt, überrascht selbst die Mediziner.

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