Nach Kaiserschnitt: Mutter überlebt 45 Minuten Herzstillstand

Ruby Graupera-Cassimiro erleidet eine Fruchtwasserembolie

Ruby Graupera-Cassimiro hat 45 Minuten lang keinen Puls - und wird für tot erklärt. Und das, nachdem die 40-Jährige aus dem US-Bundesstaat Florida gerade erst ihre zweite Tochter per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht hat. Die Ärzte holen also die Familie in den OP und teilen ihr mit, dass sie nichts mehr für die zweifache Mutter tun können. Doch plötzlich geschieht das Unglaubliche: Ein Piep-Ton aus dem Überwachungsmonitor zeigt, dass Rubys Herz wieder schlägt! "Ich habe mich verändert", verrät die 40-Jährige jetzt im Interview.

Nach Kaiserschnitt: Mutter überlebt 45 Minuten Herzstillstand
Ruby Graupera-Cassimiro mit ihrer Tochter Taily © MCT via Getty Images, Sun Sentinel

Wie der US-Nachrichtensender 'WPTV' berichtet, beginnt Rubys Geschichte, als sie mit einem geplanten Kaiserschnitt ihr zweites Kind, die kleine Taily, auf die Welt bringt. Bei dem Routine-Eingriff läuft alles glatt, Mutter und Kind sind wohlauf. Doch nachdem Ruby Graupera-Cassimiro vom OP in den Aufwachraum gebracht wird, verliert sie plötzlich das Bewusstsein. Ihr Körper erleidet einen kompletten Zusammenbruch und ihr Herz bleibt stehen."Dieser Moment hat mir gezeigt, was im Leben wirklich wichtig ist. Wenn wir sterben, nehmen wir keine Titel mit, kein Geld. Wir nehmen gar nichts mit. Glauben Sie mir, wenn sie so nah am Tod vorbeigeschrammt sind, fangen sie an, nachzudenken. Darüber, was wirklich wichtig ist. Meine Familie", so die 40-Jährige.

Der Grund für den Herzstillstand ist eine Fruchtwasserembolie. Das heißt, dass bei der Geburt Fruchtwasser in den Kreislauf geraten ist. Was genau sich bei solch einer Embolie abspielt, ist nicht restlos geklärt. Klar ist nur, dass es bei dieser Art von Notfallsituation Krampfanfälle, Leber- und Nierenversagen, Koma und Herzversagen auftreten können. Lediglich eine von fünf Müttern überlebt eine Fruchtwasserembolie.

Die Ärzte und Krankenschwestern greifen nach Ruby Graupera-Cassimiros Zusammenbruch sofort ein und kämpfen um ihr Leben. Sie wird intubiert und künstlich beatmet. 45 Minuten lang versuchen sie die Mutter mit Hilfe von Elektroschocks und Herzdruckmassage wieder zu beleben - doch erfolglos: Rubys Herz fängt einfach nicht wieder an zu schlagen. Die Helfer geben auf, erklären der Familie, dass es für Ruby keine Rettung mehr gibt.

"Wir sind Zeugen eines Wunders geworden"

Die Geräte werden abgeschaltet - lediglich der Überwachungsmonitor läuft noch. Doch dann passiert das, was das Krankenhauspersonal als einzigartiges Wunder bezeichnet: Nachdem die Familie den Raum wieder verlässt und sich davor zum Gebet niederkniet, erscheint auf dem Überwachungsmonitor plötzlich ein Herzschlag. Der Puls der 40-Jährigen kehrt zurück. "Wir sind Zeugen eines Wunders, eines erhörten Gebets, geworden", sagt Krankenschwester Julie Ewing. Und Gynäkologe Michael Fleicher erinnert sich: "Alle haben geschrien vor Freude. Wir waren alle so aufgeregt und konnten es einfach nicht glauben. Aber auch wenn sie zurückkam, wussten wir nicht, ob ihr Gehirn keinen Schaden genommen hatte. Wir wussten nicht, ob sie danach noch ein Leben haben würde."

Doch die zweifache Mutter erholte sich bereits innerhalb weniger Stunden von ihren Strapazen und ist heute wieder völlig gesund. Sie sagt, sie hätte während ihres Nahtoderlebnisses mit ihrem verstorbenen Vater gesprochen, der ihr mitteilte, ihre Zeit sei noch nicht gekommen."Ich versuche, das Leben zu genießen. Meine Kinder, meinen Mann, Familie, meine Freunde. Ich schätze die Zeit, die ich mit den Menschen verbringe, die ich liebe und die mir wichtig sind."

Kürzlich besuchte Ruby die Klinik, um sich bei den mitwirkenden Ärzten und Krankenschwestern zu bedanken. Im Interview erklärt sie: "Gott hat die richtigen Menschen am richtigen Ort zusammengebracht."

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