Nach Germanwings-Absturz: Herzzerreißender Abschiedsbrief einer Spanierin

Nach Germanwings-Absturz: Herzzerreißender Abschiedsbrief einer Spanierin
150 Menschen starben bei dem Absturz der Germanwings-Maschine © dpa, Guillaume Horcajuelo

"Verzeih mir, wenn Du kannst, mein Geliebter"

Kerzen, Blumen und jede Menge Kränze: Nicht nur in Deutschland nehmen die Menschen Abschied, auch in Seyne, in dem Ort, in dem die Germanwings-Maschine abstürzte, trauern Angehörige und Freunde um die Menschen, die bei der Tragödie ums Leben kamen. Unter ihnen ist auch eine Frau aus Spanien, die einen Blumenstrauß mit einem Brief an der Gedenktafel ablegte. Und ihre letzten Worte an ihren Liebsten zerreißen einem wirklich das Herz.

"Das alles wäre nicht passiert, wenn Du bei mir gewesen wärst. Ich weiß, dass wir beide die Schuld haben. Ich weiß, dass auch ich mehr an Deiner Seite hätte sein können. Ich bitte Dich um Verzeihung für alles, was ich Dir getan habe“, schreibt die Frau auf Katalanisch.

Rote Kussmünder sind überall auf dem Brief verteilt: "Ich kann Dir das alles nicht mehr sagen. Alles was ich Dir sagen würde, wenn Du hier wärst. Ich danke Dir für alles, alles, alles. Du hast mir ein wundervolles Leben gegeben, voller schöner Dinge, Reisen, Liebe. Und danke für die wundervollen Töchter, die Du mir geschenkt hast.“

Die Worte der Frau gehen ans Herz, denn offenbar lagen schwere Zeiten hinter dem Paar: "Verzeih mir, nicht genug verstanden zu haben. Dafür, nicht geteilt zu haben, was wir hätten teilen können. Dafür, uns gegenseitig vergessen zu haben. Wir vergaßen, wie glücklich wir am Anfang waren. Für mich gibt es keinen anderen Mann als Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung dafür, nicht verständnisvoll genug gewesen zu sein, Dir weh getan zu haben, mich nicht (genug) um Dich zu kümmern. Ich schätze Dich wirklich sehr, sehr, sehr. Ich werde das ganze Leben mit diesem Schmerz, dieser Last leben, mit diesem Drang zu sagen: verzeih mir. Verzeih mir, wenn Du kannst, mein Geliebter. Ich flehe Dich an.“

149 Menschen hat der Todes-Pilot am 24. März 2015 einfach aus dem Leben gerissen. Hat Eltern ihre Kinder genommen, Menschen ihre Geliebten. Noch immer werden Trümmer und Leichen an der Absturzstelle geborgen, doch irgendwann wird dort nichts mehr sein. Nichts, außer ein schlichter, grauer Gedenkstein und unendlich viele Worte, die die Menschen ihren Liebsten noch sagen wollten.

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