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Nach Geburtstrauma wurde Lindsey Meehleis Hebamme und hilft anderen zur "Traumgeburt"

Eine schmerzhafte Erfahrung brachte Lindsey Meehleis zu ihrer Berufung als Hebamme

Lindsey Meehleis ist zweifache Mutter, liebende Ehefrau und Hebamme. Sie glaubt an die Kraft einer Hausgeburt und hilft Frauen als Hebamme, ihre Kinder zu Hause zur Welt zu bringen. Sie glaubt an das Geheimnis einer entspannten und wohlbehüteten Geburt für Mutter und Kind in vertrauter Umgebung – umgeben von Menschen, die man liebt. Auf Ihrer Instagram-Seite veröffentlicht die zweifache Mutter viele Schnappschüsse von Geburten und nun auch ein Video einer Hausgeburt (s. Video) – bei dem Anblick spürt man die Energie der Amerikanerin förmlich. Mittlerweile hat Hebamme Lindsey schon hunderte Hausgeburten begleitet, doch hinter Lindseys großer Leidenschaft steckt ihr eigenes Geburtstrauma, das sie als Hebamme aufbereitet.

2002 wurde sie mit nur 20 Jahren zum ersten Mal schwanger. Doch obwohl die Nachricht völlig unerwartet kam, freute sie sich "mit allem, was sie war“ sehnlichst auf ihr Baby. Unerfahren und jung tat sie, so sagt sie selber, alles was während einer Schwangerschaft "normal" war und entschied sich auch bei der Geburt ihres Kindes für eine "normale Geburt" im Krankenhaus. Blind vertraute sie den Ärzten und ließ vier Tage vor dem errechneten Geburtstermin im Krankenhaus die Geburt einleiten, da das Baby laut den Ärzten "zu groß sei". Zwei Tage lang nahm die junge Frau Medikamente, doch die brachten nichts.

An Tag drei wurde Lindsey ein Hormon verabreicht, das bei der Geburtseinleitung helfen sollte. Nach zwölf Stunden am Tropf, musste sich die junge Frau übergeben und bekam eine Periduralanästhesie (PDA), um ihr eine schmerzfreie Geburt zu ermöglichen. Als plötzlich die Fruchtblase platze, wurde die junge Frau an Geräte angeschlossen. Nach weiteren sechs Stunden schlugen ihr die Ärzte plötzlich einen Kaiserschnitt vor, der nicht zu verhindern sei. "Ich drehte mich zu meiner Mutter und meine Schwiegermutter, die beide einen Kaiserschnitt hinter sich hatten, und stimmte voller Panik zu", schreibt Lindsey. Kurze Zeit später kam ihre Tochter Dylyn Rose zur Welt.

Zu sehen bekam sie ihr Kind dann nach der OP nur für ein paar Sekunden, bevor sie die Ärzte anbettelte, ihr mehr Medikamente zu spitzen, da sie das Gefühl hatte "vor Schmerzen zu sterben“. Sie wusste, dass die grausamen Schmerzen, die sie nach dem Kaiserschnitt erlitt, nicht normal waren. Doch daraufhin lachten sie die Ärzte nur aus. Als sie später in ihrem Krankenzimmer aufwachte, konnte sie sich an das Ereignis der Geburt fast nicht mehr erinnern. Die Geburt ihres Kindes war eine einzige Odyssee, das Trauma für die Mutter unwiderruflich.

Ihre Arbeit brachte auch ihr das Vertrauen an den eigenen Körper zurück

Während Lindsey ihre Tochter voller Freude aufwachsen sah, konnte sie die Schmerzen der Geburt nie vergessen und traute sich nicht, ein zweites Mal schwanger zu werden. "Ich konnte nicht mehr hören, dass ich doch ein gesundes Kind zur Welt gebracht hatte und das ALLES war, was zählt", schreibt die Hebamme in ihrem Film über sich selbst, "ich musste etwas tun". Um anderen Müttern diese schmerzhafte Erfahrung zu ersparen, ließ Lindsey sich kurz nach dem ersten Geburtstag ihrer Tochter als Hebamme ausbilden. Sie wollte andere Frauen unterstützen, ihnen etwas beibringen und informierte sich über Hausgeburten. Sie erfüllte anderen Müttern damit den Wunsch, die "Geburt ihrer Träume" zu erleben.

Das Verlangen, ein zweites eigenes Kind zu bekommen, unterdrückte Lindsey über die Jahre. Zu groß war ihr Trauma nach den Schmerzen der ersten Geburt. Doch nachdem sie 175 Geburten begleitet hatte, die friedlich und entspannt zu Hause abliefen, gewann sie das Vertrauen in ihren eigenen Körper zurück und wurde 2008 ein zweites Mal schwanger. Mit gesunder Ernährung, Akupunktur und viel Yoga tat sie alles, damit bei der Geburt nichts schief gehen konnte. Als sie dann am 23. Juli 2009 morgens aufwachte, spürte sie, dass ihr Baby im Anmarsch war. Es war ein schöner Sommertag, an dem sie "friedlich daran arbeitete, ihr Baby zur Welt zu bringen". Sie verbrachte den ganzen Tag im Wasser im Garten, verarbeitete die Wehen und hatte dabei ihre Liebsten um sich herum. "Ich arbeitete den ganzen Tag hart und konfrontierte mich mit meinen größten Ängsten." Um knapp neun Uhr abends kam dann unter dem Sternenhimmel im Gartenpool Sohn River Anthony zur Welt – gesund und über vier Kilogramm schwer. Als Hebamme hat sie damit nicht nur vielen anderen Müttern geholfen, sondern auch sich selbst und das wird sie auch weiterhin tun.

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