Nach Flugzeugabsturz: Wie gehen Angehörige damit um?

"Es ist ein absolutes Gefühl der Ohnmacht und Verzweiflung"

Der Absturz der Germanwings-Maschine mit 150 Todesopfern wird vor allem für die Familien der Opfer eine Tragödie unvorstellbaren Ausmaßes sein. Es gibt Menschen, die wohl nachvollziehen können, was die Angehörigen gerade durchmachen - weil sie es selbst durchgemacht haben. Einer von ihnen ist Bernd Gans, der 2009 bei einem Flugzeugabsturz seine Tochter verloren hat.

Bernd Gans hat bei dem Air-France-Absturz 2009 seine Tochter verloren.
Bernd Gans hat bei dem Absturz der Air France im Jahr 2009 seine Tochter verloren.

Bei dem Absturz einer Air-France-Maschine, die von Rio de Janeiro nach Paris unterwegs war, starben 228 Menschen, darunter die erwachsene Tochter von Bernd Gans. "Es ist ein absolutes Gefühl der Ohnmacht und Verzweiflung, weil Sie absolut nichts tun können", beschreibt Gans. Dieses Gefühl teilten er und seine Frau damals mit vielen anderen Familien: "Menschen, die sich vorher nie gesehen haben, haben jetzt alle das gleiche Problem. Und da zusammenzustehen, ist meines Erachtens ganz wichtig. Derjenige, der das gleiche Schicksal erlitten hat, ist derjenige, der einem in diesem Moment am nächsten steht."

Es gibt Fachkräfte, die den Menschen in solch schlimmen Zeiten beistehen können. Die Trauma-Expertin Sybille Jatzko ist für emotionale Extremsituationen ausgebildet. Sie beschreibt, wie sich die Angehörigen der Opfer fühlen: "Sie sind in einem Schockzustand. Sie fühlen sich betäubt." Innerlich hätten viele die Hoffnung, dass das alles nur ein böser Albtraum sei, veranschaulicht die Trauma-Expertin weiterhin. Den Trauernden helfe man am besten, indem man ihnen einfach zuhört und mit ihnen spricht.

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