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Nach der Babypause in den Job: Noch immer stecken Mütter zurück

Nach dem Baby kommt der Job-Knick
Nach dem Baby kommt der Job-Knick Studie zur Aufgabenverteilung in jungen Familien 00:01:44
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Die meisten Mütter kehren nach der Geburt nicht komplett in ihren Job zurück

Mit dem ersten Baby kommt gleichzeitig auch die große Frage: Wie geht es nach der Schwangerschaft beruflich für Mutter und Vater weiter? Das Institut für Demoskopie Allensbach hat im Auftrag des Bundesfamilienministeriums 2080 Paare mit Kindern unter sechs Jahren befragt und erforscht, wie die elterlichen Pflichten nach der Geburt des ersten Kindes verteilt werden und wie sich diese später noch verändern.

Das Ergebnis ist besonders für Frauen ernüchternd. Entscheiden sich Mütter nach der Geburt beruflich zurückzustecken, ändert sich dies später nämlich kaum noch. So waren vor dem Kind bei bundesweit rund 71 Prozent der Paare beide Partner voll erwerbstätig. Nach der Geburt trifft das aber nur noch auf rund 15 Prozent zu. Bei mehr als der Hälfte der Paare arbeitet der Mann nach der Elternzeit nach wie vor in Vollzeit, während die Frau in der Regel nur noch als Teilzeitkraft zurückkehrt. 17 Prozent aller frischgebackenen Mütter scheiden sogar komplett aus dem Berufsleben aus. Die Konstellation, dass die Mutter Vollzeit arbeitet und der Vater stattdessen nur mit verkürzten Stunden oder sogar gar nicht in seinen Job zurückkehrt, ist hingegen so außergewöhnlich, dass sie in der Studie gar nicht erst aufgeführt wird.

Auffälliges Ergebnis der Studie ist aber auch der große Unterschied zwischen Ost und West. Während im Westen 11 Prozent der Frauen Vollzeit ins Berufsleben zurückkehren, ist das in den neuen Bundesländern mehr als doppelt so häufig der Fall (34 Prozent). Und auch die Länger der Elternzeit unterscheidet sich: Westdeutsche Mütter können sich im Schnitt 20 Monate Elternzeit leisten, ostdeutsche Frauen arbeiten hingegen rund 15 Monate nach der Geburt ihres Kindes wieder.

Die Entscheidung, wer wie weiter im Job bleibt, treffen Eltern bereits vor oder spätestens während der Schwangerschaft. 90 Prozent der 2080 befragten Paare berichten, dass es dabei stets um die Frage geht, ob oder mit wie vielen Stunden die Mutter zurück in den Job geht. Dass der Vater ganz normal in Vollzeit weiter arbeitet, steht dabei nicht zur Diskussion. Grund dafür ist laut Studie zum einen der Wunsch der Mutter bei ihrem Kind zu bleiben, zum anderen aber auch die Einkommensverteilung. Die meisten Paare waren sich einig, dass der Elternteil nach der Geburt wieder arbeiten sollte, der vorher das höhere Einkommen erzielte. In den Fällen, in denen das die Frau war, wurde dies allerdings nur sehr selten umgesetzt.

Väter fürchten durch eine längere Elternzeit Einkommensverluste

Ist diese Entscheidung einmal getroffen, ändert sich daran meist nicht mehr viel. So ist nur etwa bis zum 30. Lebensjahr die Mehrheit der Frauen voll berufstätig. Danach sinkt dieser Anteil um ein vielfaches und verändert sich bis zum Ende der Berufslaufbahn auch nicht mehr. Für viele Mütter besonders ernüchternd, denn immerhin gaben 75 Prozent von ihnen in der Studie an, dass es ihnen sehr wichtig sei, berufstätig zu sein.

Doch auch viele Väter sind mit dem von ihnen gewählten Modell unzufrieden und hätten sich mehr Zeit mit ihrem Kind gewünscht. Die Studie deckt auf, dass zwar viele Männer zwei Monate Elternzeit genossen haben, dass aber trotzdem jeder fünfte Mann gar nicht Zuhause blieb. Als Grund dafür gaben 60 Prozent der Väter an, dass sie Angst vor Einkommensverlusten hatten, während sich 38 Prozent vor beruflichen Nachteilen fürchteten.

Fast die Hälfte der befragten Eltern wünscht sich, dass Mutter und Vater annähernd gleich viele Stunden im Job sind. 28 Prozent davon sind der Meinung, dass ein Modell, in dem beide Elternteile Teilzeit beschäftigt sind, am idealsten wäre. Ein Drittel der Paare möchte auch, dass der Vater für eine längere Zeit seine Arbeitsstunden reduzieren kann.

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