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Nach dem Flugzeugabsturz: Wie kann ich Angehörigen helfen?

Im Schock sitzt noch immer ein Funken Hoffnung

Was geht jetzt wohl in den Menschen vor, die einen Angehörigen, einen Partner, ein Kind oder einen Freund verloren haben? Psychologin Sybille Jatzko ist Trauma-Expertin, die schon häufig Menschen in solchen Situationen geholfen hat. Es sind emotionale Extremlagen, die nach einem durchgängigen Schema durchlebt werden.

Nach dem Flugzeugabsturz: Wie kann ich Angehörigen helfen?
Wie verhält man sich Hinterbliebenen gegenüber? © Berchtesgaden - Fotolia

„Die Angehörigen können es erst überhaupt noch nicht begreifen. Sie befinden sich in einem Schockzustand, der durch die Hoffnung charakterisiert wird, es könne noch immer jemand kommen, sie kneifen und ihnen sagen, dass das alles nicht wahr ist“, so Jatzko. „Und dann kommt irgendwann der Augenblick, in dem sie erkennen: Es ist DOCH wahr!“

Aber dieser Prozess brauche Zeit. Anschließend empfinden die Hinterbliebenen Ohnmacht und Verzweiflung, denn sie sind hilflos, können absolut nichts tun. Daran erinnert sich auch Bernd Gans. Er verlor seine Tochter im Jahr 2009 beim Absturz des Air-France-Fluges von Rio nach Paris. Damals kamen 228 Menschen ums Leben.

„Was können wir tun, um diesen Menschen im Augenblick des größten Schmerzes zu helfen?“, stellt die Psychologin Jatzko die Frage, die sicher viele Menschen bewegt, die Freunde, Kollegen oder Nachbarn der Hinterbliebenen sind. „Wir können es mit ihnen zusammen aushalten“, so Jatzko. Wir sollten ihnen nicht ausweichen, sondern unseren ganzen Mut zusammennehmen und sie ansprechen, rät sie.

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