Nach Befruchtungs-Panne: Leibliche Eltern bekommen die Babys nicht

Zwillinge dürfen bei 'falscher' Mama bleiben
In Italien ist ein Rechtsstreit um Zwillinge entschieden worden, die bei einer künstlichen Befruchtung versehentlich das falschen Frau eingepflanzt worden waren. © oksun70 - Fotolia

Jetzt hat das Gericht in Rom ein Urteil gefällt

Diese Krankenhaus-Panne ist um die Welt gegangen: Im Dezember 2013 hatten italienische Ärzte einer Frau bei einer künstlichen Befruchtung versehentlich Embryonen eines fremden Paares eingepflanzt. Die Frau wurde mit Zwillingen schwanger, und beide Elternpaare stritten um die Kinder. Jetzt hat das Gericht in Rom ein Urteil gefällt: Die Zwillinge bleiben bei der Frau, die sie ausgetragen und zur Welt gebracht hat.

Wichtig sei das Interesse der Kinder - und die hätten bereits eine Bindung zur Mutter aufgebaut, begründete die Richterin Silvia Albano ihr Urteil, wie die Zeitung 'La Stampa' berichtet. Die Babys sind erst seit knapp zwei Wochen auf der Welt, aber schon Gegenstand einer Gerichtsverhandlung. Ihr Gesundheitszustand ist optimal, obwohl ein Sorgerechtsstreit um sie tobte, der in Europa durch die Medien gegangen ist.

Für die leiblichen Eltern ist der Richterspruch schwer zu verkraften. Das Paar bedauerte 'La Stampa' zufolge, "dass wir nicht das Glück hatten, unsere Neugeborenen in den Armen zu halten". Auch die Richterin sprach von einem menschlichen Drama. Aber die Babys gehörten nach italienischem Recht "der Mutter, die sie geboren hat". Allerdings stehe den leiblichen Eltern wegen des Ärztefehlers der Sandro-Pertini-Klinik eine Entschädigungszahlung zu. Ein schwacher Trost.

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