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Nach 39 Jahren konnte sie zum ersten Mal hören: Jetzt droht Jo zu erblinden!

Täglich neue Hörerlebnisse mit Implantaten

Die Geschichte von Jo Milne ist um die Welt gegangen. Die 40-Jährige kam taub zur Welt. Dank neuer Ohrimplantate kann sie seit letztem Jahr hören. Seitdem entdeckt Jo immer neue Geräusche in ihrer Umgebung. Doch wie geht es ihr ein Jahr nach dem Moment, der ihr Leben so veränder hat? Wir haben sie besucht!

Jo (40) kann seit einem Jahr hören, jetzt droht sie zu erblinden
Nach 40 Jahren konnte Jo zum ersten Mal hören

Das letzte Jahr war für Jo Milne ein Jahr voller Hörerlebnisse. Für sie ist es "wie eine neue Welt". Sie lauscht dem Frühling und muss Geräusche wie Vogelgezwitscher erstmal zuordnen. Schließlich, so sagt sie, hatten "die Menschen, die hörend geboren wurde, […] ja ein ganzes Leben, um zu erfahren wie sich was anhört". Sie hätte beispielsweise auch nie gedacht, wie laut es sein kann, eine Tasse abzustellen.

Seit sie hören kann, ist auch Musik sehr wichtig geworden. Besonders, weil ihre Familie und Freunde immer musikalisch waren. Früher hat sie Songtexte von den Lippen abgelesen, aber jetzt kann sie die Musik wirklich erleben und weiß, wie sie sich anhört.

Jo Milne ist in ihrer Wahrnehmung noch eingeschränkt. Trotzdem wird sie sich wohl bald noch mehr auf ihren Hörsinn verlassen müssen - einen Sinn, den sie gerade erst entdeckt hat. Denn sie leidet seit ihrer Geburt am sogenannten Usher-Syndrom, einer erblich bedingten Hörseh-Behinderung. Die Krankheit nahm ihr das Gehör und seit ihrem 20. Lebensjahr nimmt auch ihre Sehkraft deutlich ab. Aus Angst, irgendwann komplett von der Welt abgeschnitten zu sein, ließ sie sich die Implantate einsetzen. Und ein Jahr nach diesem Eingriff ist sie optimistisch, dass es auch für ihr schwindendes Augenlicht eine Heilung geben kann.

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