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Mythos Männergrippe: Ja! Es gibt sie wirklich

Erkälteter Mann hustet
Die Männergrippe soll es wirklich geben - Östrogen hemmt Symptome © Fotowerk - Fotolia

Männer leiden mehr als Frauen - Weibliche Hormone sollen Schuld sein!

Bei Frauen sind es Husten, Schnupfen, Heiserkeit, bei Männern Hirntumor, Schweinegrippe oder Ebola. Kranke Männer sind wehleidig und dem Tode nah, während wir uns immer darüber lustig gemacht haben. Aber Forscher entdeckten jetzt einen biochemischen Grund für das Männerleid.

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Von Jutta Rogge-Strang

Hatten Sie schon einmal einen kranken Mann zuhause? Dann wissen Sie auch: Mit einem Männerschnupfen ist nicht zu spaßen! Da braucht es schon die gesamte weibliche Aufmerksamkeit und Fürsorge, damit sich die Erkältung nicht in Schlimmeres wandelt. Denn das Ende der menschlichen Belastbarkeit ist erreicht, sogar seine Mutter ruft an und sitzt auf gepackten Koffern, um im äußersten Notfall das Schlimmste abzuwenden. Mimose, denken wir und bringen ihm nur deshalb noch einen letzten Tee ans Bett, weil er partout nicht aufstehen mag.

Was wir bislang nicht wussten: Wir tun den Männern bitter unrecht! Denn Forscher der amerikanischen John Hopkins University in Baltimore haben jetzt herausgefunden, dass uns Frauen das weibliche Sexualhormon Östrogen vor Grippe schützt. Es wirkt offenbar antiviral gegen das Influenza-A-Virus, fanden die Wissenschaftler heraus. Bei Männern klappt das naturgemäß nicht. Die Ergebnisse der Studie könnten also letztlich dazu führen, gegen Grippe eine Östrogen-Therapie zu verwenden.

Östrogene zeigen auch antivirale Eigenschaften gegen HIV, Ebola und Hepatitis-Viren. Das ist schon Mal nicht schlecht! Aber eben auch nur gegen HIV, Ebola und Hepatitis. Was also tun bei einer ganz normalen Erkältung? Da helfen zunächst bewährte Hausmittelchen. Auch muss der schwer Erkrankte viel Flüssigkeit zu sich nehmen, ob Wasser, Tee oder Bier ist nebensächlich. Und wenn sich nach 12 Stunden Bettlägerigkeit eine gewisse Langeweile breitmacht, kann der Kranke vielleicht mit letzter Kraft die Spielekonsole benutzen oder den neuen Star Wars-Film anschauen.

Hühnersuppe und Streicheleinheiten

Natürlich hat er bereits im Internet sämtliche Krankheitssymptome recherchiert und schildert seine Beschwerden wieder und wieder. Denn es könnte ja sein, dass es keine Erkältung ist, sondern etwas viel Schlimmeres. Denn wer jemals eine Nahtod-Erfahrung gemacht hat, weiß genau: Das Ende der menschlichen Spezies ist nahe. Mit etwas Hühnersuppe und Streicheleinheiten lässt sich in der Regel aber jeder Todgeweihte wieder beruhigen.

Nach den Untersuchungsergebnissen der US-Forscher wissen wir jetzt auch, dass Männer anders erkranken als Frauen. Sie sind eben „außen hart und innen ganz weich“, wie Herbert Grönemeyer schon 1984 wusste. Und: „Männer haben’s schwer, nimm's leicht.“ Also tun wir Abbitte für unser fehlendes Mitleid und kümmern uns um das menschliche Wrack. Schließlich brauchen Männer uns Frauen, damit sie bei Schnupfen nicht sterben. Und wir Frauen brauchen die Männer: Wer würde uns sonst vor den Spinnen retten?