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Mythos Lieblingskind - jetzt packen Eltern aus

Mythos Lieblingskind: Eltern packen aus
Mythos Lieblingskind: Eltern packen aus Lieben Eltern wirklich ein Kind ganz besonders? 00:02:49
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Angeblich haben 99 Prozent der Eltern ein Lieblingskind

Eine Hamburger Psychologin stellt diese These auf: Eltern haben in den allermeisten Fällen ein Lieblingskind. Inga Erchova spricht dabei aus beruflicher Erfahrung. Sie weiß aber auch, dass die meisten Eltern diesen Umstand nicht zugeben würden. Doch wie zutreffend ist die Aussage der Diplom-Psychologin tatsächlich? Wir haben Eltern gefragt und hinter der Schattenwand sind überraschende Ergebnisse ans Licht gekommen.

Ein Lieblingkind? Nein, natürlich nicht. So würden vermutlich die meisten Eltern reagieren - verständlicherweise. Offen zugeben, dass es anders ist, möchte niemand. Dabei weiß Inga Erchova: "Es ist wirklich ganz normal und weit verbreitet. Wir würden es nicht zugeben, dass wir ein Kind lieber haben als das andere. Wir würden eher sagen, dass es uns leichter fällt mit einem Kind zu kommunizieren oder zu spielen und mit dem anderen empfinden wir das als schwieriger."

Stimmt das tatsächlich? Anonym, hinter einer Schattenwand befragen wird Eltern. Jetzt wollen wir es genau wissen. Die überraschenden Antworten können Sie jetzt im Video sehen!  

Warum wird oftmals ein Kind bevorzugt?

Die Gründe, warum Eltern ein Kind lieber mögen oder es bevorzugen, sind vielfältig. Oftmals sind es die eigenen Charakterzüge, die man in seinem Kind wiedererkennt und die bereits in der eigenen Kindheit von den Eltern kritisiert worden sind. Tendenziell ist es oft so, dass der älteste Sohn der Liebling der Mutter ist und die älteste Tochter der Liebling des Vaters. 

Doch Eltern bemerken in vielen Fällen gar nicht, dass sie ihre Kinder ungleich behandeln. Das ungewollte Mehr-Lieben eines Kindes hat dann zur Folge, dass sich eine höhere Erwartungshaltung gegenüber dem Liebling entwickelt. Lieblingskinder müssen den Anforderungen ihrer Eltern viel mehr gerecht werden als ihre Geschwister. 

Doch die unangenehme Wahrheit kann von den Kindern durchaus wahrgenommen und auch angesprochen werden: "Je älter die Kinder sind, desto besser können sie sich verbalisieren." Dann können sie den Eltern mitteilen, dass sie sich ungerecht behandelt fühlen und dass sie das Gefühl haben, dass die Schwester oder der Bruder mehr geliebt wird. Die Psychologin weiß: "Eltern sind dann meistens abweisend. Sie sagen, dass ist doch nicht so, das ist doch Quatsch. Es wäre aber angebracht diese Aussagen der Kinder ernst zu nehmen und zu schauen, ob da vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit dran ist." Spätestens, wenn das Kind seine Vermutung äußert, sollten Eltern die eigenen Gefühle und die ihres Kindes genau überprüfen. Denn natürlich sollte ein jedes Kind GLEICH viel Liebe bekommen!


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