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Myelodysplastisches Syndrom: Wenn Krebs vererbt wird

MDS vererbt Leukämie
MDS vererbt Leukämie Vater ist Träger der Krankheit 00:03:55
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MDS verändert Knochenmark

Krebs wird öfter vererbt als man denkt. Zwischen 20 und 30 Prozent der Krebserkrankungen sind genetisch bedingt - diese dramatische Zahl gaben Forscher jetzt bekannt. Bei Familie Schachtschneider hat der Krebs gleich dreifach zugeschlagen: Nachdem der Vater den Kampf gegen den Blutkrebs verloren hat, erkranken seine beiden Söhne auch an Leukämie. Der Vater war Träger des Myelodysplastischen Syndroms - und hat seine Krankheit damit vererbt.

Das Myelodyspalstische Syndrom (MDS) bezeichnet eine Erkrankung des Knochenmarks. Wer unter MDS leidet ist nicht in der Lage, gesunde Blutzellen zu bilden. Es werden unreife Blutzellen gebildet, die langfristig zur Leukämie führen können.

Im Fall der Familie Schachtschneider kann dem erkrankten Sohn nur eine Knochenmarkspende helfen. "Und da auch Familienangehörige da in Frage kommen, wurde bei mir dieser Test auch gemacht, also auch über Knochenmarksentnahme und hat daraufhin sehr überraschend heraus-gefunden, dass ich die Krankheit auch habe", erzählt David Schachtschneider im Interview.

MDS führt meist zu einer Blutarmut. Betroffene sind weniger leistungsfähig und andauernd müde. Gemildert werden diese Symptome in der Regel durch häufige Bluttransfusionen. Andere Symptome sind eine erhöhte Infektanfälligkeit, eine gestörte Blutgerinnung und eine damit einhergehende erhöhte Blutungsneigung.

Davids Bruder bekommt eine Chemotherapie. Und findet einen lebensret-tenden Knochenmark-Spender. Bei David bricht die Leukämie zwar nicht aus. Aber auch er muss sich einer Chemotherapie unterziehen. Dann wird auch für ihn ein Spender gefunden. Tragisch: Erst später stellen die Ärzte fest, dass es der verstorbene Vater ist, der die Krankheit an David und seinen Bruder vererbt hat.

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