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Mutterschutz im Vergleich: In welchen europäischen Ländern werden Mütter unterstützt?

Mutterschutz mit Elternzeit ist keine Selbstverständlichkeit

Mutterschutz in Deutschland ist klar geregelt. Sechs Wochen vor dem Entbindungstermin und acht Wochen danach sind Mütter durch ein ausgestelltes Beschäftigungsverbot von der Arbeit befreit. In der Regel schließt sich an die acht Wochen nach der Entbindung die Elternzeit an. Doch dieser Mutterschutz ist im Vergleich zu anderen europäischen Staaten schon wahrer Luxus. Und schaut man sich den Mutterschutz in den USA an, müssen wir mit unserem System sehr glücklich sein. Hier der Vergleich:

Mutterschutz in Amerika

Fast alle Länder der Welt räumen jungen Müttern bezahlten Mutterschutz oder bezahlte Elternzeit ein. "Nur neun Länder, wie etwa Mikronesien, die Marshallinseln oder auch Papua-Neuguinea, bieten keine bezahlte Elternzeit an. Dazu zählen als einzige Industrienationen auch die USA", schreibt 'Zeit Online' in einem Artikel dazu.

In 36 Ländern gibt es eine vergütete Auszeit. Ganz vorn und damit Vorbild auf dem Gebiet sind die skandinavischen Länder. Dort und hierzulande ist es sogar unproblematisch, wenn Vater und Mutter bezahlte Elternzeit nutzen.

18 Länder haben eine gesetzliche Regelung, wonach Mütter zwischen 26 und 51 Wochen Elternzeit nehmen können - bezahlt wohlgemerkt. In Russland bekommen Frauen sogar 140 Tage nach der Geburt 100 Prozent ihres Lohnes weiter gezahlt.

Amerika: Mütter in den Vereinigten Saaten müssten ihren Jahresurlaub zum Kinderkriegen aufwenden. Heißt: Sie nehmen ihren Jahresurlaub, wenn die Wehen einsetzen. In den USA sieht der Gesetzgeber nämlich keine Auszeit für werdene Mütter vor. Es liegt im Ermessen des Arbeitgebers, ob er eine Frau für die Zeit freistellt. Und wenn er einen Mutterschutz nach der Geburt einräumt, ist der in der Regel auch unbezahlt.

Derzeit macht im Netz ein Video die Runde, in dem eine Frau vermeintlich fünf Jahre schwanger ist. Veröffentlich wurde es vom National Partnership for Woman und Families, einer Organisation, die sich für Frauen und Familien einsetzt. Das Video mit dem Namen 'A long five years' macht deutlich, wie amerikanische Schwangere in den Vereinigten Staaten behandelt werden: unfair und unsozial. Das Video ist überspitzt - klar, niemand ist 260 Wochen schwanger. Der Film soll verdeutlichen, dass eine Schwangere so lange brauchen würde, um ihre Urlaubtage anzusammeln, damit sie in Ruhe ihr Baby zur Welt bringen kann.

Mutterschutz in weiteren EU-Staaten

Dänemark: Im ersten skandinavischen Land, dass an Deutschland grenzt, gibt es eine Mutterschutzfrist von 18 Wochen. Diese wird aufgeteilt in vier Wochen vor und 14 Wochen nach der Geburt. Das Mutterschaftsgeld orientiert sich am Stundenlohn der Frau vor der Geburt. Väter können maximal zwei Wochen Vaterschaftsurlaub einreichen.

Italien: In Italien gibt es ein Arbeitsverbot für schwangere Frauen. Zwei Monate vor der Geburt und drei Monate danach stehen ihnen zu. In dieser Zeit bekommen sie gerade mal ein Fünftel ihres Einkommens als Ausgleich.

Österreich: Acht Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt haben Frauen in Österreich das Recht, daheim zu bleiben. In der Zeit bekommen sie auch Geld: Ihnen wird der durchschnittliche Lohn der letzten drei Kalendermonate bezahlt.

Ungarn: 24 Wochen Mutterschutz stehen den Frauen in Ungarn zu. Vier Wochen vor dem Geburtstermin könnten sie schon zu Hause bleiben. In der Zeit erhalten sie dann 70 Prozent ihres durchschnittlichen Bruttotageslohns des letzten Jahres.

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