Mutter vergiftet Sohn: Psychische Störung der Frau blieb unbemerkt

Mutter vergiftet Sohn: Psychische Störung blieb unbemerkt
Der kleine Garnett wurde systematisch von seiner Mutter krank gemacht.

Ärzte bemerkten die psychische Störung der Mutter nicht

Lacey Spears wird in den USA der Prozess wegen Totschlags gemacht: Die 26-Jährige soll ihr eigenes Kind fünf Jahre lang vergiftet haben. Der kleine Garnett starb im Januar 2014 in einem Krankenhaus. Kurz vor seinem Tod bat er einen Freund, nicht alleine mit der Mutter gelassen zu werden. Diese leidet am sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom – sie hat ihr Kind krank gemacht, um selbst mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, berichtet das US-Nachrichtenportal Lohud.com.

Garnett Spears wurde nur fünf Jahre alt. Der Junge aus Westchester County, USA, war innerhalb seines kurzen Lebens über zwanzig Mal im Krankenhaus. Die Gründe dafür waren Fieber, Verdauungsprobleme, Ohreninfekte und Epilepsieanfälle – die höchstwahrscheinlich alle von der Überdosierung von Salz herrühren. An dieser trägt mutmaßlich seine Mutter Lacey die Schuld.

Die Ärzte konnten keine Ursache für die Symptome festmachen. Sie verschrieben Garnett schließlich eine Magensonde. Lacey soll diese benutzt haben, um noch mehr Salz in den Magen ihres Sohnes zu befördern. Obwohl Lacey Spears auf unschuldig plädiert, sind die Beweise gegen sie erdrückend: Im Suchverlauf ihres Computers fand die Polizei Internetseiten, auf denen steht, welche Schäden Salz im Körper verursachen kann.

Diese sind beträchtlich: Salz lässt das Blut dicker werden und den Blutdruck steigen. Bei einer Überdosis kann es zum Schock, epileptischen Anfällen und sogar zu einem Atem- und Herzstillstand führen. Ärzte haben den hohen Salzgehalt in Garnetts Körper zwar bemerkt, die Verbindung zur (nicht erkannten) psychischen Kondition von Lacey aber nicht hergestellt – es blieb bei einer Ermahnung, das Essen weniger zu salzen.

Mutter vergiftet Sohn: Lacey Spears drohen 25 Jahre Haft

Lacey hat außerdem, während ihr Sohn im Sterben lag, eine Nachbarin angerufen und sie gebeten, die Tasche mit der Magensonde zu vernichten. Die Nachbarin schöpfte jedoch Verdacht und alarmierte die Polizei. Die Polizei fand bei der Durchsuchung der Tasche eine große Menge Salz.

Die 26-jährige, allein erziehende Mutter leidet am Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Menschen, die an dieser psychischen Störung leiden, erfinden, übersteigern oder verursachen Krankheitssymptome anderer Personen, um eine medizinische Behandlung zu verlangen. Von der Störung sind fast ausschließlich Frauen betroffen, die Opfer in fast allen Fällen ihre eigenen Kinder. Unter anderem ist dieses Syndrom durch den US-Rapper Eminem bekannt, dessen Mutter dem Musiker angeblich jahrelang verschiedene Krankheiten eingeredet haben soll.

Auch Lacey hat die Aufmerksamkeit genossen: Sie postete Garnetts Krankheitsgeschichte gerne und oft bei Facebook und Twitter, führte sogar einen Blog mit dem Namen „Garnett’s Journey“ (Garnetts Reise). Sie bat in ihren Einträgen oft um seelische Unterstützung für ihren kranken Sohn. Lacey Spears drohen im Fall einer Verurteilung bis zu 25 Jahre Gefängnis.

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