GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Mutter schreibt emotionalen Brief: "Mein Kind hat Down-Syndrom - und es ist perfekt!"

Mein Kind hat Down-Syndrom
Die kleine Emmy wirft den Brief an den Arzt ihrer Mama in den Briefkasten. © Kids With Down Syndrome

Mein Kind ist perfekt - trotz Down-Syndrom

Während ihrer gesamten Schwangerschaft riet Courtney Bakers aus Florida (USA) Frauenarzt ihr immer wieder dazu, ihr ungeborenes Down-Syndrom-Baby abzutreiben – doch sie behielt ihre Tochter. Jetzt hat Courtney ihrem Gynäkologen einen Brief geschrieben über bedingungslose Liebe, falsche Ratschläge und die Wahrheit über das Leben mit einem Down-Syndrom-Kind.

Die Diagnose Down-Syndrom ist für viele Eltern ein Schock, so auch für Courtney Baker und ihren Partner. Als ihr Frauenarzt während der Schwangerschaft feststellte, dass die kleine Emersyn – kurz Emmy – an Trisomie 21 leiden würde, riet er den werdenden Eltern immer wieder zum Abbruch. Ein behindertes Kind wäre etwas Furchtbares, unter dem die eigene Lebensqualität enorm leiden würde, erklärte er der Schwangeren damals. Für Courtney eine schrecklich Zeit, denn das Letzte, woran sie denken konnte, war die Abtreibung ihrer ungeborenen Tochter.

Heute ist die süße Emmy 15 Monate alt – und Courtney ist glücklicher als sie sich jemals vorstellen konnte. Ihrem Frauenarzt schrieb die junge Mutter nun einen Brief, um ihm zu zeigen, wie falsch er damals lag.

"Lieber Doktor, eine Freundin hat mir neulich erzählt, dass ihr Frauenarzt beim Blick auf ihr Kind in der Ultraschall-Untersuchung immer 'der ist perfekt' sagen würde. Als ihr Sohn mit Down-Syndrom auf die Welt kam, besuchte sie ihn noch einmal. Er guckte sich ihren kleinen Jungen an und sagte wieder: 'Ich habe es ihnen ja gesagt: Er ist perfekt'.

Ihre Geschichte hat mich total fertiggemacht. Ich war so froh, dass meine Freundin so gute Erfahrungen gemacht hat, aber es machte mich unglaublich traurig, dass ich es nicht so gut hatte. Ich wünschte, Sie hätten dieser Arzt sein können."

Während die Geschichte von Courtneys Freundin ein wunderbar mitfühlendes Beispiel für bedingungslose Liebe und eine positive Unterstützung des Arztes ist, musste die Mama der kleinen Emmy erleben, wie sie ein falscher ärztlicher Rat zur Verzweiflung trieb.

"Ich kam in der schwersten Zeit meines Lebens zu Ihnen. Ich war verängstigt, nervös und völlig verzweifelt. Ich kannte noch nicht die Wahrheit über mein Baby, und ich brauchte sie dringend von Ihnen. Aber statt Unterstützung und Hilfe gaben Sie den Tipp, das Kind besser abzutreiben. Ich sagte ihnen den Kindernamen, und Sie wiederholten die Frage, ob wir verstünden, wie schlecht unsere Lebensqualität mit einem Down-Syndrom-Kind sein würde. Sie legten uns nahe, die Schwangerschaft vielleicht doch lieber abzubrechen.

Seit diesem ersten Besuch graute uns vor neuen Terminen bei Ihnen. Die schwerste Zeit meines Lebens wurde geradezu unerträglich, nur weil Sie mir nie die Wahrheit sagten. Mein Kind war perfekt."

"Emersyn hat die Herzen tausender Menschen berührt"

Courtney schickte ihren Brief mit einem Foto von Emmy an die Facebook-Gruppe 'Kids With Down Syndrome' – sie wollte anderen Eltern in der gleichen Situation Mut machen. Ihr Brief wurde geteilt und erreichte Tausende von Müttern, die ähnliche Erfahrungen machen mussten.

Für die junge Mutter absolut unverständlich war vor allem die Gefühlskälte, die ihr Frauenarzt ihrem ungeborenen Baby entgegenbrachte:

"Ich bin traurig, dass die winzigen, schlagenden Herzen, die Sie jeden Tag sehen, Sie nicht dauerhaft in Ehrfurcht versetzen. Ich bin traurig, dass die feinen Details und das Wunder dieser niedlichen kleinen Finger und Zehen, Lungen und Augen und Ohren Sie nicht einmal innehalten lassen. Ich bin traurig, dass Sie so sehr Unrecht hatten, als Sie sagten, ein Kind mit Down-Syndrom würde unsere Lebensqualität verschlechtern. Und es bricht mir das Herz, wenn ich mir vorstelle, dass Sie das eventuell schon heute wieder einmal einer Mutter gesagt haben könnten. Vor allem aber bin ich traurig, dass Sie niemals die Ehre haben werden, meine Tochter Emersyn kennenzulernen."

Abschließend erklärt Courtney ihrem ehemaligen Gynäkologen, wie falsch er mit seiner Empfehlung lag. Statt ihr während der Schwangerschaft einfühlsam beiseite zu stehen, versuchte er ihr einzureden, dass Eltern mit einem behinderten Kind grundsätzlich nicht glücklich werden könnten. Wie viel Freude Courtney und ihr Partner jedoch tatsächlich erfahren durften, hatte der Arzt ihnen verschwiegen:

"Emersyn hat unsere Lebensqualität nicht nur verbessert, sie hat auch die Herzen tausender Menschen berührt. Sie hat unserem Leben einen Sinn und eine Freude geschenkt, die man unmöglich in Worte fassen kann. Sie hat uns ein größeres Lächeln, mehr Gelächter und süßere Küsse geschenkt, als wir je zuvor erlebt haben. Sie hat unsere Augen für wahre Schönheit und pure Liebe geöffnet.

Ich bete dafür, dass keine andere Mama das durchmachen muss, was mir widerfahren ist. Ich bete, dass auch Sie nun die wahre Schönheit und pure Liebe in jedem Ultraschall-Bild sehen können. Und ich bete, dass Sie das nächste Mal, wenn Sie ein Baby mit Down-Syndrom sehen, das sich voller Liebe in den Mutterleib kuschelt, diese Mama ansehen, an mich denken, und ihr dann die Wahrheit sagen: 'Ihr Kind ist absolut perfekt!'"

Anzeige