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Mutter-Kind-Kur: Hilfe für Mütter am Limit

Mutter-Kind-Kur für die Erholung
Mutter-Kind-Kur für die Erholung Auszeit für Mama und Kind 00:02:12
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Mutter-Kind-Kuren sollen vom Alltag befreien

Kind, Haushalt, Job, finanzielle Sorgen und Beziehung – alles zusammen kann Mütter an den Rand ihrer Belastungsgrenze bringen oder gar darüber hinaus. Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, sich Hilfe zu holen. Die gibt es, von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt, in der Form einer Mutter-Kind-Kur.

Mutter-Kind-Kur - alle Infos
Mutter-Kind-Kuren sind wichtig, um auch langfristig Kosten zu sparen. © Monkey Business - Fotolia, Monkey Business Images

Eine Mutter-Kind-Kur soll vom Alltag befreien und Müttern, die oft an Mehrfacherkrankungen leiden, eine Möglichkeit geben eine Auszeit zu nehmen. Zu den häufigsten Problemen zählen Erkrankungen des Bewegungsapparates, meist Rückenprobleme, und psychosomatische Erkrankungen. Viele der Mütter sind durch Doppelaufgaben, wie der Pflege eines Familienmitglieds oder durch die Situation als alleinerziehende Mutter nicht mehr in der Lage auf ihr eigenes Wohlbefinden zu achten und die Gefahr von Folgeerkrankungen wie Depression und Zusammenbruch sind enorm.

Eine Studie der Universität Freiburg hat bereits vor einigen Jahren ergeben, dass sich nicht nur kurzfristig die Situation durch eine Kur verbessert, sondern auch langfristig Kosten gespart werden. Die Frauen gingen nach einer Kur weniger zum Arzt und nahmen auch weniger Medikamente ein. Es gibt also gute Gründe, eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen.

Mutter-Kind-Kur: Wo beantragen, wer zahlt, wo wird beraten?

Was genau ist eine Mutter-Kind-Kur?

Eine Mutter-Kind Kur ist eine Sonderform der medizinischen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahme. Zum therapeutischen Programm gehören: Ärztliche und psychologische Beratung, Bewegung und Sport, Gruppen- und Einzelgespräche, Entspannungsverfahren, kreative und musische Angebote und Ernährungsberatung. Kinder werden von Pädagogen betreut und bei Bedarf medizinisch behandelt. Schulpflichtige Kinder bekommen eine Art Schulunterricht.

Welche Krankenkassen bezahlen eine Mutter-Kind-Kur?

Eine Mutter-Kind-Kur dauert in der Regel 21 Tage und ist Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherung. Dort spricht man dann von einer Sanatoriumskur. Für eine Kur darf während dieses Zeitraumes kein Urlaub genommen werden.

Die private Krankenversicherung bezahlt im Normalfall nur die Kosten für die medizinische Behandlung während eines Kur-Aufenthaltes. Je nach Versicherungspolice kann es aber sein, dass eine Mutter-Kind-Kur mit eingeschlossen ist. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob diese eine Vorsorge- / Rehabilitations- oder Sanatoriumsbehandlung enthält.

Wer kann eine Mutter Kind Kur beantragen?

Bei einer Mutter-Kind-Kur muss die Mutter bzw. der Vater behandlungsbedürftig sein und darf die Kinder als Begleitpersonen mitnehmen, wenn zuhause keine ausreichenden Betreuungsmöglichkeiten bestehen. Die Mütter, bzw. alle Erziehungsverantwortlichen, sind die Zielgruppe dieser Kur. Auch Väter und Großeltern können eine Mutter-Kind-Kur beantragen. Falls das Kind auch medizinisch behandelt werden muss, wird ein entsprechend passendes Kurhaus ausgesucht.

Kann auch eine ganze Familie zur Kur fahren?

Nein – grundsätzlich können nur Frauen mit und ohne Kinder oder Väter mit Kindern bei einer Mutter-Kind-Kur aufgenommen werden. In Sonderfällen, wie einer Krebserkrankung, werden auch Familienmaßnahmen bewilligt.

Was kostet die Mutter-Kind-Kur?

Wenn die Krankenkasse die Mutter-Kind-Kur bewilligt, übernimmt sie auch die vollen Kosten. Auch die Anreise wird von der Krankenkasse bezahlt. Für die Mütter wird ein Eigenanteil von zehn Euro am Tag für Essen und Unterkunft fällig. Kinder fahren zur Mutter-Kind-Kur kostenfrei.

Wie beantragt man eine Mutter-Kind-Kur?

Der erste Weg ist der zum Arzt. Wenn dieser eine Kur für sinnvoll und – ganz wichtig - medizinisch notwendig hält, können Eltern bei der Krankenkasse einen Antragsvordruck anfordern. Auch im Internet auf der Homepage des Müttergenesungswerks man kann sich das Antragsformular anschauen, herunterladen und ausdrucken.

Damit der Antrag gute Chancen auf Erfolg hat, ist einiges zu beachten: Das Gutachten des eigenen Arztes sollte sehr ausführlich sein. Der Arzt sollte differenziert berichten und den Erschöpfungszustand genau beschreiben. Rücken- und Kopfschmerzen, Müdigkeit sowie Beziehungskrisen im Attest genau zu beschreiben wird helfen, eine Bewilligung von der Kasse zu erhalten. Ganz wichtig ist es, im Gutachten zu erwähnen, dass es zwingend notwendig ist, die Mutter aus ihrem Alltag herauszunehmen. Das Attest vom Arzt wird dann gemeinsam mit dem ausgefüllten Antragsformular bei Ihrer Krankenkasse eingereicht.

Wo kann man sich beraten lassen?

Das Müttergenensungswerk ist eine gemeinnützige Stiftung mit dem Ziel, Mütter zu unterstützen und die Gesundheit zu stärken. In ganz Deutschland stehen Müttern rund 1.360 Beratungsstellen zur Verfügung. In 84 anerkannten Einrichtungen werden für Mütter und Väter Rehabilitationsmaßnahmen sowie gemeinsame Kuren mit Kindern angeboten.

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