Mutter fordert nach Rücken-OP Hilfe an - Amt entzieht ihr die Kinder

Kinder plötzlich aus dem Kindergarten verschwunden

Darf ein Amt einer Mutter die Kinder wegnehmen, einfach so, ohne sie vorher anzuhören, ohne sie vorab wenigstens zu informieren? Genau das ist im Saarland geschehen. Dort hat das Jugendamt Neunkirchen einer 34-jährigen Frau die Kinder entzogen - nachdem sie an einem Rückenleiden erkrankte und eine Haushaltshilfe angefordert hatte.

Tania S. ist den Tränen nahe, als sie RTL-Reporterin Silke Brunners ihre Geschichte vor den beiden leeren Kinderbettchen erzählt. Sie habe sich in der Trennungsphase von ihrem Ex-Mann befunden, als sich bei ihr ein Rückenleiden einstellte. Sie durchlief eine schwere Rücken-OP und bat das Jugendamt um zeitweilige Unterstützung im Haushalt. Als die Haushaltshilfe aber am 27. Mai die Kinder vom Kindergarten abholen wollte, waren sie nicht da.

Ein Team des Jugendamtes hatte den vier Jahre alten Florian und den einjährigen Colin im Stil eines Rollkommandos vom Kindergarten abgeholt, ohne die Mutter zu informieren, und die Kinder bei Pflegefamilien untergebracht. Diese erfuhr erst am Abend und telefonisch wo die Kinder sind.

Hintergrund: Tanjas Ex-Mann hatte sich ans Jugendamt gewandt und behauptet, Tania sei medikamentenabhängig, da sie nach der OP gelegentlich Schmerztabletten nehmen musste. Er behauptete auch, Tania habe Colin allein gelassen. Ob das tatsächlich so war? Tania bestreitet es. Aussage stand gegen Aussage. Aber das Jugendamt glaubte dem Vater und entzog der Mutter rigoros ihre Kinder. Begründung des Amtes: "Aufgrund der Verhaltensweisen der Kindeseltern war auch die Erziehungsfähigkeit in Frage gestellt."

Seit Mai kämpft Tania mit Hilfe einer Rechtsanwältin um ihre Kinder. Jetzt müssen Gutachter und das Gericht entscheiden, bei wem die Kinder aufwachsen sollen.

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