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Muskelkater: Gut oder schlecht für den Körper?

Schmerzen als Beweis für richtiges Training?
Schmerzen als Beweis für richtiges Training? Mythos Muskelkater 00:01:33
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Ein ordentlicher Muskelkater schadet mehr, als das er nützt

'No pain - no gain' scheint das Leitmotto für viele Sport-Fans zu sein. Erst wenn am Tag nach dem Training der Muskelkater da ist und es so richtig schmerzt, war das Workout gut. Doch diese Denkweise ist fatal und kann dem Körper auf Dauer schaden. Starker Muskelkater ist nicht wirklich erstrebenswert, wie Prof. Dr. Froböse erklärt.

Wer nach jedem Training extremen Muskelkater hat, trainiert falsch, denn ständig ans Limit zu gehen und Schmerzen in Kauf zu nehmen, lässt den Körper sogar schneller altern. Muskelkater ist eine Folge zu harten Trainings (teilweise ist der vermeintliche Muskelkater sogar eine Muskelzerrung) - er bremst den sportlichen Erfolg mehr, als dass er ihn vorantreibt.

Bei starkem Muskelkater sollten Sie den betroffenen Muskelpartien in jedem Fall eine Ruhepause gönnen. Wer das Training trotzdem fortsetzt, riskiert schmerzhafte Muskelfaserrisse. Der Körper verschleißt schneller, da die Kapazitäten zur Zell-Regeneration limitiert sind und ständiges Reparieren ramponierter Muskelzellen diese schneller altern lässt.

Dehnen im Anschluss an ein zu schweres Workout hilft nicht gegen die im Training angerichteten Schäden, im Gegenteil - das Dehnen kann den Zustand eher noch verschlimmern. Beim Dehnen wird nämlich weiter an den bereits beanspruchten und demolierten Muskeln gezerrt und die Muskelfasern werden lediglich weiter strapaziert. Was Muskelkater wirklich vorbeugt, ist ein vernünftiges Training mit passender Intensität. Sport-Neulinge sollten sich daher am besten von einem Trainer beraten lassen. Aber vor allem gilt: Weniger ist zunächst mehr.

Weitere Fakten zum Thema Muskelkater erklärt Professor Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln im Video.

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