GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Multiple Sklerose: Die zehn wichtigsten Fakten

MS: Symptome, Verlauf, Behandlung

Etwa 130.000 Menschen leiden in Deutschland an Multipler Sklerose. Aber was bedeutet die Diagnose Multiple Sklerose (kurz MS) eigentlich? Hier sind die 10 wichtigsten Fakten zur heimtückischen Autoimmunkrankheit.

MS: Symptome, Verlauf, Behandlung
Multiple Sklerose: Auch wenn vieles über diese Krankheit noch im Dunkeln liegt, wird intensiv geforscht und gibt es Therapien, die Hoffnung machen.

1. Multiple Sklerose ist eine chronische entzündliche Krankheit des Nervensystems.

Häufig tritt die Krankheit in Schüben auf. MS trifft vor allem junge Menschen - üblicherweise wird MS zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diagnostiziert. Es besteht ein Problem mit den Nervenfasern des Körpers: Das Gehirn sendet über das Rückenmark Signale zum Körper oder empfängt sie. Diese Signale werden von verschiedenen Nervenfasern geleitet, die von einer Schutzschicht umgeben sind. Entsteht in dieser Schutzschicht ein Entzündungsherd, können die Botschaften nicht mehr richtig oder nur verlangsamt übertragen werden.

2. Die Symptome betreffen den ganzen Körper:

Kribbelmissempfindungen, Taubheit von Armen, Beinen oder im Gesicht, Sehstörungen auf einem Auge, leichte Lähmungen der Arme oder Beine, Koordinationsstörungen und Gleichgewichtsstörungen. Bei schweren Schüben kann es auch zu Lähmungen, Halbseitenlähmungen oder Querschnittslähmungen kommen. Sogar das Wesen des Erkrankten kann sich verändern. Auch eine depressive wie manische Stimmungslage ist möglich.

3. MS ist weder tödlich noch ansteckend.

Weltweit leiden etwa 2,5 Millionen Menschen unter der Krankheit. Multiple Sklerose ist noch nicht heilbar. Es gibt aber verschiedene Formen von Therapien, die den Verlauf beeinflussen können. Während eines MS-Schubes wird Kortison eingesetzt. Das ist entzündungshemmend. In der Regel findet die Kortisontherapie im Krankenhaus statt.

4. Die genaue Ursache von MS ist unbekannt.

Aber die Krankheit tritt familiär gehäuft auf. Forscher vermuten ein ganzes Bündel von Auslösern. Wichtig ist hierbei das Immunsystem. Bei der MS ist das Abwehrsystem des Körpers falsch programmiert: Die Abwehr richtet sich nicht gegen Krankheitserreger, sondern gegen den eigenen gesunden Körper. So bildet der Körper Antikörper, die die Schutzhülle der Nervenfasern schädigen.

5. Ärzte sprechen von der "Krankheit mit den 1.000 Gesichtern"

Der Verlauf und das Beschwerdebild der Krankheit sind von Patient zu Patient sehr unterschiedlich.

Multiple Sklerose ist unheilbar, aber nicht tödlich

6. MS führt nur selten zur Behinderung.

Die Symptome sind zwar extrem belastend, zu einer schweren Behinderung der Patienten kommt es aber in weniger als fünf Prozent der Fälle. Nach 10 bis 15 Jahren geht bei vielen Patienten mit anfänglich schubförmigen Verlauf die MS in einen chronisch voranschreitenden Verlauf über.

7. MS tritt in einigen Familien häufiger auf.

Ein genauer Vererbungsweg ist nicht bekannt, aber Verwandte 1. Grades haben das 15- bis 25-fache Erkrankungsrisiko. Das Risiko des Kindes eines an MS erkrankten Elternteils, ebenfalls an MS zu erkranken, kann noch nicht exakt berechnet werden.

8. Ein Neurologe muss die Krankheit diagnostizieren.

Dafür werden verschiedene Tests und Untersuchungen durchgeführt. Zunächst werden sogenannte versteckte Symptome abgefragt, wie Phasen starke Müdigkeit, depressive Phasen, Missempfindungen oder Blasenprobleme. Dann wird der Arzt die Funktion der Nerven überprüfen. Hier muss er die Kraft, die Empfindungen, die Spannung der Muskeln, Reflexe und Bewegungsabläufe checken.

9. Multiple Sklerose ist kein Argument gegen eine Schwangerschaft

Da gerade viele junge Frauen an Multipler Sklerose erkranken, stellt sich immer wieder die Frage nach dem Risiko einer Schwangerschaft. Aus ärztlicher Sicht spricht in der Regel nichts dagegen. Es scheint sogar so, dass sich eine Schwangerschaft positiv auf den Verlauf der Krankheit auswirkt. Die Schubrate sinkt oft während der Schwangerschaft. Nach der Entbindung kommt es aber häufig zu Schüben.

10. Physiotherapie und Medikamente helfen

Bei den chronisch-progredienten Verlaufsformen werden Chemotherapeutika eingesetzt, die meist alle paar Monate im Krankenhaus verabreicht werden. Bei bleibenden Schäden durch die MS wird Physiotherapie angeordnet, manchmal muss Ergotherapie oder Logopädie dazu kommen. Gegen die Spastik gibt es Medikamente, auch gegen andere Symptome wie Stimmungsveränderungen oder Müdigkeit.

Anzeige