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Mukoviszidose: Ursachen und Therapie der Erbkrankheit

Mukoviszidose ist eine Erbkrankheit
Jedes Jahr werden in Deutschland 300 Kinder mit Mukoviszidose geboren. © picture-alliance / dpa, Jan-Peter Kasper

Säuglinge kriegen keine Luft

Nur eine winzige Kleinigkeit stimmt nicht, wenn jemand an Mukoviszidose erkrankt ist: Schleim und Säfte, die die Drüsen im Körper erzeugen – vom Bronchialsekret bis zu Bauchspeicheldrüse und Gallenflüssigkeit – sind sehr viel zäher als bei Gesunden. Die Ursache liegt in einem angeborenen Gen-Defekt. Dieser genügt jedoch, um Betroffenen und oft auch deren Eltern das Leben ausgesprochen leidvoll zu machen.

Noch vor 20 Jahren galt, dass erkrankte Babys kaum das Erwachsenenalter erreichen. Hauptproblem war meist die Lunge. Der Bronchialschleim ist so zäh, dass er nicht auf natürlichem Weg über die Flimmerhärchen abtransportiert werden kann. Die kleinen Patienten bekamen immer weniger Luft. Lang andauernde Klopfmassagen brachten nur wenig.

Heute gibt es stattdessen eine spezielle Krankengymnastik und besondere Methoden des autogenen Trainings sowie eine ausgefeilte medikamentöse Behandlung, die die Lebenserwartung von Erkrankten erheblich verbessert haben. Dennoch bleibt die Lunge ein Schwachpunkt. Mukoviszidose-Patienten haben ein hohes Lungenentzündungs-Risiko. Das autogene Training ist anstrengend und erfordert eine hohe Disziplin.

Neben der Lunge sind häufig auch Darm, Leber, Keimdrüsen und Bauchspeicheldrüse betroffen. Erkrankte entwickeln im Erwachsenenalter oft Diabetes.

So wird Mukoviszidose vererbt

Ein Medikament zur Heilung der Mukoviszidose gibt es bislang nicht. Es wird aber intensiv in ganz unterschiedlichen Ansätzen – auch aus der Alternativmedizin – daran geforscht. In Deutschland erkrankt jedes 2.000. Kind an der Krankheit. Das sind jährlich 300 Babys. Rund drei Millionen Deutsche (4 Prozent der Bevölkerung) tragen das für Mukoviszidose verantwortliche, defekte Gen in sich. Damit die Krankheit bei den Kindern ausbricht, müssen beide Eltern den Gendefekt haben.

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