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Münchhausen-Stellvertreter Syndrom: Kindesmisshandlung aus Mutterliebe

Die Psychose Münchhausen-Stellvertreter-Syndom macht aus Mutterliebe KIndesmisshandlung
Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndom ist eine Psychose, bei der Mütter ihre Kinder aus Liebe krank machen. © picture alliance / ZB, Patrick Pleul

Psychose Münchhausen-Stellvertreter Syndrom

Eine Mutter will, dass ihre Kinder gesund sind - dachten Sie das auch immer? Dann irren Sie sich: Es gibt nämlich auch Mütter, die genau das nicht wollen. Diese Mütter tun alles, damit ihr Kind krank wird. Denn dann können sie von Klinik zu Klinik reisen und sich wie eine besorgte Mutter fühlen. 'Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom' (MBPS) nennt man diese Psychose, die eigentlich eine subtile Form von Kindesmisshandlung ist.

Frauen, die unter dem 'Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom' leiden, geben ihren Kindern unnötig Medikamente, verletzen sie oder versuchen, sie zu vergiften. Sie tun einfach alles, um einen Grund für eine medizinische Untersuchung zu haben.

Sie kennen sich bestens mit Medikamenten aus und kennen auch die Krankheitsbilder der Krankheiten, die sie selbst hervorgerufen haben. Und wenn ein Arzt die Diagnose nicht teilt, wird ein neuer aufgesucht - so lange, bis jemand der beabsichtigten Diagnose zustimmt. Ärzte werden meist erst dann skeptisch, wenn sich die Besuche der Mutter häufen, Krankheiten trotz richtiger Behandlung ständig wiederkehren oder neue dazu kommen.

Beim Münchhausen-Stellvertreter Syndrom quälen Eltern ihre Kinder

Diese Störung ist relativ selten und Wissenschaftler wissen selbst nicht, was die Ursache ist. Fest steht jedoch, dass es sich häufig um überdurchschnittlich intelligente, alleinerziehende Mütter handelt, die in ihrer Kindheit ein gestörtes Verhältnis zum Vater hatten oder ohne Vater aufgewachsen sind. Waren Sie früher selbst Opfer des Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie es selbst auch entwickeln, ebenfalls höher.

Wie viele Frauen am MBPS leiden, ist mangels zuverlässiger Studien nach wie vor völlig ungesichert. Mediziner gehen übrigens davon aus, dass betroffene Mütter nicht vorhaben, ihr Kind zu töten, denn dann hätten sie niemanden mehr, an dem sie ihre krankhafte Mutterliebe ausleben könnten.

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