MRKH-Syndrom: Ein Leben ohne Vagina

Ein Leben ohne Vagina
Die 19-jährige Sandra leidet unter dem MRKH-Syndrom und hat deswegen keine Vagina. © action press, Jacqui Beck/Exclusivepix

Sandra L. leidet unter dem MRKH-Syndrom

Sandra L. (* Name von der Redaktion geändert) ist gerade 17 als man ihr mitteilt, dass sie keinen Sex haben oder Kinder bekommen kann. Für das junge Mädchen ist dies ein Schock: „Ich war sehr wütend und fühlte mich nicht mehr als richtige Frau“, erzählt sie der Daily Mail. Denn die junge Frau leidet unter dem MRKH-Syndrom.

MRKH ist die Abkürzung für Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom - eine Fehlentwicklung, bei der Betroffen keine Vagina und oft nur eine verkümmerte Gebärmutter haben. Äußerlich sind diese Frauen weiblich, haben einen Busen und ein natürliches sexuelles Empfinden. Selbst die Eierstöcke sind bei ihnen normal ausgebildet.

Sandra hat, wie viele Betroffene, nur eine kleine Bindegewebsvertiefung an der Stelle, wo sich normalerweise die Vagina befindet. Deshalb wird sie erst misstrauisch, als selbst während der Pubertät noch keine Monatsblutung auftritt. Nach vielen Besuchen bei Ärzten stellt ein Gynäkologe schließlich fest, dass sie am MRKH-Syndrom leidet.

Die Wahrscheinlichkeit, mit dieser Fehlbildung geboren zu werden, liegt bei 1:5000. Betroffene können mit der sogenannten ‚Vecchetti-Methode‘ behandelt werden. Dabei wird das Gewebe operativ gedehnt und danach ein Phantom eingesetzt, mit dem die Frauen dann Geschlechtsverkehr haben können. In Sandras Fall reichte ein sogenannter Diliator, eine Art Prothese, um das Gewebe zu dehnen. Dadurch wird Sex für sie wieder möglich, ein Kinderwunsch bleibt jedoch für immer unerfüllt. Trotzdem versucht die inzwischen 19-jährige Sandra optimistisch in die Zukunft zu blicken: „Ich habe Zeit, mich an den Gedanken zu gewöhnen und mir andere Optionen zu überlegen.“

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