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Motivation zum Lernen: Studie gibt Lerntipps für Schüler und Lehrer

Jeder bekommt erst einmal eine Eins

Machen Zimmerpflanzen intelligent? Glaubt man einer neuen Bildungsstudie von britischen Forschern, könnte Grünzeug in Klassenzimmern die Noten der Schüler tatsächlich verbessern. Nachdem unsere Politiker mit Turbo-Abi und Co. immer wieder am deutschen Bildungssystem rumdoktern, damit die Zeugnisse besser werden, scheinen die Briten jetzt DIE Lösung zu haben.

Motivation zum Lernen: Studie gibt Lerntipps für Schüler und Lehrer
So bekommen Schüler wieder mehr Motivation zum Lernen.

In der Studie "Schüler richtig motivieren" hat das Londoner Forschungszentrum der Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures and Commerce (RSA) gemeinsam mit Lehrern im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland erforscht, wie Lernblockaden gelöst und Kinder besser motiviert werden können. Ziel der Studie ist es, verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse für die Arbeit im Bildungsbereich fruchtbar zu machen. Der Studie zufolge ist der Lernerfolg eines Schülers wesentlich von drei Faktoren abhängig: Dem eigenen Selbstbild des Schülers, eingefahrenen Denkmustern und dem Lern-Umfeld.

"Lehrer und Eltern sollten genau dieses Selbstbild bei den Schülern fördern. Sie sollten sie nicht für ein bestimmtes Ergebnis oder gar ihre Klugheit loben, sondern dafür, wie sehr sie sich angestrengt haben", schreiben die Forscher in der Studie. Das heißt: Motivation ist alles! Deshalb sollten Schüler für ihren Einsatz gelobt werden statt für ihre Begabung und Intelligenz. Damit Schüler aber auch motiviert werden, sollen laut Experten die LEHRER unter anderem Vorschusslorbeeren verteilen: Jeder Schüler bekommt vorab schon eine sehr gute Bewertung, die er dann verteidigen muss. Das sporne mehr an als umgekehrt.

Schüler brauchen Zimmerpflanzen

Ein anregendes Lern-Umfeld ist eine weitere Forderung, die sich aus der Studie ergibt. Ein Klassenzimmer mit Blick ins Grüne oder zumindest Zimmerpflanzen im Klassenzimmer könnten den Lernerfolg der Schüler nachhaltig steigern.

Ingrid Baumgartner-Schmitt, Vorsitzende des Schulleitungsverbandes Rheinland-Pfalz, hat an der Studie mitgearbeitet. Sie ist überzeugt davon, dass ein Umdenken für Lehrer und Schulen nottut. Sie fordert: Schluss mit klassischem Frontalunterricht, in dem EIN Lehrer ALLES bestimmt: "Das war ein gutes Sparmodell aber ich glaube die ganzen entwicklungspsychologischen Erkenntnisse, die wir mittlerweile haben, wie Lernen funktioniert, haben uns deutlich aufgezeigt, dass wir so nicht weitermachen können."

Eine Lösung könnte sein, dass Lehrer mit Kollegen über den eigenen Unterricht diskutieren und Urteile geimeinsam hinterfragen. Dadurch würde die Benotung der Schüler noch gerechter. Die Ergebnisse der Studie wurden an 10.000 Schulen in Deutschland verschickt - jetzt geht es darum, dass die angeregten Veränderungen auch umgesetzt werden.

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