Monica Lierhaus bereut lebensrettende OP

Traurige Aussage wirft Schatten auf die Kämpferin Monica Lierhaus

Die Sportjournalistin Monica Lierhaus hätte ihre lebensrettende Operation im Nachhinein nicht gewollt. "Mir wäre vieles erspart geblieben", sagt sie in einem Interview, das sie gemeinsam mit ihrer Mutter Sigrid dem 'Redaktions Netzwerk Deutschland' (RND) gegeben hat.

Monica Lierhaus bereut lebensrettende OP
© picture alliance / BREUEL-BILD, BREUEL-BILD/Juri Reetz

Von Ondra Menzel

Eine traurige Aussage, ehrlich und erschütternd. Sie wirft Schatten auf die Kämpferin und eine Frage auf: Warum sagt Monica Lierhaus das in aller Öffentlichkeit?

Ich denke auch manchmal: Das macht doch alles keinen Sinn. Gerne würde ich gewisse Lebensabschnitte einfach ausradieren. Daran, lieber tot zu sein, habe ich jedoch noch nie gedacht. Aber ich habe auch nicht das erlebt, was Monica Lierhaus in den letzten sechs Jahren mitgemacht hat. Von der erfolgreichen Moderatorin zum Pflegefall und dann langsam der Versuch wieder zurück ins alte Leben.

Vier Monate lang lag die ehemalige 'Sportschau' Moderatorin nach einer Gehirnoperation im Koma. Das war 2009. Als sie damals aus dem Koma erwachte, war sie nach eigenen Aussagen „auf dem Stand eines Kleinkindes“. Heute ist die 45-Jährige bei 85 Prozent ihres Zustandes vor der OP angelangt. Sie arbeitet wieder, hat für den Sender ‚SKY‘ Interviews mit Jogi Löw und anderen Fußball-Größen geführt.

Ich finde diese Leistung beeindruckend und bin verwundert über diese offenen Worte: Sie hätte die lebensrettende Operation im Nachhinein nicht gewollt.

Es gibt Hochs und Tiefs, wir werden verlassen und wieder geliebt. Wir fallen und stehen wieder auf. So auch Monica Lierhaus.

Lierhaus musste in den letzten Jahren viel Kritik einstecken. Auch bezüglich diverser TV-Auftritte und Moderationen. Im Jahr 2011 schockte und berührte sie zugleich mit ihrem ersten öffentlichen Auftritt bei der Goldenen Kamera. Den Heiratsantrag, den sie ihrem Lebensgefährten Rolf Hellgardt damals auf der Bühne machte, bereue sie heute. Hellgardt hat sich inzwischen, nach 18 Jahren von ihr getrennt.

Ich wünsche Monica Lierhaus einen Neuanfang

Nun sucht sie wieder den Weg in die Öffentlichkeit: Mit den drastischen Worten, die lebensrettende OP zu bereuen, also lieber nicht mehr zu leben. Diese intime Aussage mit der Öffentlichkeit zu teilen, ist mutig. Vor allem in einem Leben, dem das Rampenlicht nicht mehr so gut tut wie früher.

Ich wünsche Monica Lierhaus einen Neuanfang - ohne den Drang das alte Leben zu reanimieren. Ihr steht die Welt offen, sie steht wieder auf eigenen Beinen. Die Ärzte hatten vermutet, dass sie ein Pflegefall bleiben würde. Lierhaus hat es geschafft, ihr Sprachzentrum aufzubauen und selbstständig zu laufen.

Viele Menschen würden sich über diese unerwarteten Fortschritte freuen. Darüber, überhaupt wieder gehen zu können, zu sprechen und zu atmen. Über ihre Fortschritte sagt Lierhaus nur: "Ich merke sie nicht. Leider. Meine Gangart nervt mich nach wie vor sehr". Ich finde es mutig, dass sie ihre Gefühle so öffentlich macht und hoffe für sie, dass sie es diesmal nicht bereuen wird.

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