Model kämpft gegen retuschierte Fotos: Jetzt spricht Meaghan Kausman

"Mir war ein positives Körpergefühl immer wichtig"

Ein australisches Model sorgt für Aufsehen, weil es sich über seine eigenen Fotos beschwert. Das Problem: Meaghan Kausman findet sich zu dünn auf den Fotos. Denn ihre Fotos wurden retuschiert. Die Kritik an der eigenen Branche könnte ihr zwar Ärger einbringen, sie hat aber nun in einem Interview mit dem australischen Fernsehen verraten, warum sie die Foto-Retusche öffentlich gemacht hat.

Auf den Fotos sind die Arme von Meaghan Kausman dünner, ihre Beine länger, ihr kleines Bäuchlein ist ganz verschwunden. "Wir haben ein Unterwasser-Shooting gemacht. Die Firma, die die Fotos in Auftrag gegeben hat, schickte uns dann ein paar Original-Bilder", erklärt das Model. Ein paar Tage später veröffentlichte die Firma die Bilder und Meaghan stellte mit großer Überraschung fest, dass die Fotos keine große Ähnlichkeit zu den Originalbildern mehr hatten. "Ich habe gedacht: 'Moment mal, das sieht ja völlig anders aus'", beschreibt Meaghan. "Die haben mich quasi halbiert."

Durch die öffentliche Kritik an der Bearbeitung ihrer Bilder läuft sie Gefahr, dass ihr der ein oder andere Auftrag entgehen könnte. Das ist dem Model aber egal: "Mir war es immer wichtig, ein positives Körpergefühl zu haben. Deswegen musste ich einfach sagen, was passiert ist." Damit hat sie eine große Diskussion ausgelöst.

Dass sich Meaghan gegen die Bearbeitung ihrer Fotos wehrt, findet positiven Anklang. Auch der Schriftsteller Ulrich Renz, der Sachbücher über Schönheit geschrieben hat, begrüßt ihren Schritt. Denn retuschierte Fotos von extrem dünnen, makellosen Körpern können schlimme Folgen haben. "Es werden Erwartungen geweckt, die schlicht dazu führen, dass Mädchen sich unwohl in ihrem Körper führen und letztlich dumme Kunden der Schönheitsindustrie werden."

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