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Model Isabel Gülck deckt auf: So geht es in der Modewelt wirklich zu

"Ich finde es erschreckend, wie manche Mädchen aussehen"

Models laufen für die namhaftesten Designer, tragen die teuersten Klamotten und verdienen mit ihrem guten Aussehen Millionen. Soweit das Klischee. Dabei ist gerade im Modelbusiness längst nicht alles Gold was glänzt. Was in dieser glitzernden Scheinwelt wirklich abgeht, zeigt das ehemalige Model Isabel Gülck. Sie ist heute Journalistin und hat es sich zum Ziel gesetzt, die Schattenseiten der Modelwelt zu dokumentieren.

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Model Isabel Gülck deckt auf: So geht es in der Modewelt wirklich zu
Ex-Model Isabel deckt auf

Aber warum? "Ich bin zu einer großen Castinghow gegangen, bei der die Mindestgröße der Models 1,74 Meter war. Ich war leider etwas zu klein, dachte aber, ich probiere es trotzdem. Dann kam allerdings jemand von der Produktionsfirma und sagte: ‚Du kleiner, hässlicher Gremlin kannst gleich wieder nach Hause gehen‘. Es gibt viele Menschen, die es nicht gut mit einem meinen. Da muss man wirklich aufpassen", erzählt sie.

Dieses Mal ist Isabel bei einem Casting für ein Laufstegevent dabei. Es findet in einem Hotelflur statt, die ersten Models müssen sich schon verabschieden. Für den Rest heißt es kämpfen - um die wenigen übrigen Plätze. 50 Models sind zu diesem Casting erschienen. Aber es gibt nur neun Plätze. Isabel bekommt die ungeschminkte Wahrheit von den Kolleginnen zu hören: "Der Konkurrenzdruck ist ziemlich hoch.“ Ein anderes Model berichtet: „In Deutschland wird man relativ schlecht bezahlt, es gibt auch viele ‚No-Paid-Shows‘. Man reißt sich hier wirklich den Arsch auf.“

Groß und dünn – so lautet in der Modebranche die Devise. Kleidergröße 36 bis 38 ist im Modelbusiness eher die Ausnahme, weiß Isabel aus eigener Erfahrung: "In der Mode- und Glitzerwelt wird den Mädchen vorgegaukelt, dass das extrem dünne und extrem gute Aussehen normal ist. Der Rattenschwanz daran ist aber, dass all die 14- und 15-Jährigen sich so einen tapezierten Knochen zum Vorbild nehmen und genauso aussehen wollen. Und dann geht die Scheiße los mit Magersucht und Finger in den Hals." Auch Model Angelika hält nicht viel von dem gefährlichen Magerwahn: "Ich finde es erschreckend, wie manche Mädchen aussehen. Das kann nicht mehr gesund sein."

Bei der großen Fashion-Show trifft Isabel auf Fiona Erdmann. Besonders nach deren Teilnahme im ‚Dschungelcamp‘ waren in Zeitschriften überall Bilder von ihrem dünnen Körper abgedruckt. Wie geht sie mit den Vorwürfen um, sie sei magersüchtig? "Das war für mich total krass, weil ich im Camp nie mitgekriegt habe, dass das so schlimm ist. Erst als ich raus kam, habe ich gemerkt, wie dünn ich bin und ich habe mir selber nicht gefallen", erzählt sie.

Und dann heißt es: Showtime. Die ausgewählten Models präsentieren die neue Kollektion der Designerin. Hinter den Kulissen bleibt es professionell - Zickereien bleiben aus. Und nach nur 30 Minuten ist alles schon wieder vorbei und die Models auf dem Weg zum nächsten Casting.