Modebloggerin Madeleine von 'Dariadaria' über ihr Engagement für Flüchtlinge

Modebloggerin Madeleine von 'Dariadaria' über ihr Engagement für Flüchtlinge

5 Fragen an Madeleine von 'Dariadaria'

Madeleine Sophie Daria ist die erfolgreichste Modebloggerin Österreich und als solche eigentlich ständig auf der Suche nach dem perfekten Outfit oder den neuesten Trends. Doch seit einiger Zeit beschäftigt sie sich mit der Situation von Flüchtlingen.

Was war für dich der konkrete Anlass, dich mit so viel Engagement Flüchtlingen zu widmen?

"Ich bin selbst nach Traiskirchen gefahren und habe mich von den Umständen dort überzeugt. Das hat in mir etwas ausgelöst, dass mich nicht mehr losgelassen hat."

Wie bekommst du dieses Engagement und deinen Job als Modebloggerin unter einen Hut? Schließt das eine das andere nicht sogar aus?

"Ich verstehe nicht, wieso das eine das andere ausschließen sollte! Wir leben ja in keinen Schubladen. Nur weil jemand gerne über die schönen Dinge des Lebens schreibt, heißt das noch lange nicht, dass es sich um einen desinteressierten Ignoranten handelt. Ich habe selbst mal eine Zeit lang Politikwissenschaft und Ethnologie studiert, wir hatten als ich klein war, Flüchtlinge bei uns zuhause leben, mein Vater war Menschenrechtsaktivist. Nur weil ich Lifestylebloggerin bin, heißt das noch lange nicht, dass ich nicht mehr im Kopf habe, als mich hübsch zu schminken und Fotos von Blumen zu posten :-) Zeitlich ist es natürlich schwer, beide „Jobs“ unter einen Hut zu bringen. Deswegen versuche ich, auch Menschen dazu zu animieren, selbst nach Traiskirchen oder in andere Camps zu fahren, um aktiv Hilfe anzubieten."

Wie hilfst du Flüchtlingen?

"Zum einen durch Sachspenden, die gezielt gebraucht werden. Viele Menschen verwechseln Spenden mit Ausmisten und laden ihren Ramsch beim Flüchtlingslager ab. Ich versuche gezielt die Dinge zu besorgen, um die die Menschen vor Ort mich bitten. Was aber viel wichtiger ist: Hilfe bei Behördengängen, Unterstüzung bei medizinischen Problemen oder einfach nur für die Menschen als guter Freund da sein und zuhören."

Bist du dir deiner Rolle als Vorbild bewusst?

"Absolut! Natürlich ist es auch viel Druck und wird von den Medien aufgebauscht. Es gibt so viele HelferInnen da draußen, die viel mehr leisten als ich und die in den Medien nie erwähnt werden. Weil ich Bloggerin bin, bekomme ich sehr viel Aufmerksamkeit für mein Engagement, ich bin aber noch lange keine "Flüchtlingsheldin", wie ich in einem Artikel betitelt wurde. Ich bin ein ganz normaler Bürger, der solidarisch handelt."

Gibt es auch Follower, die dich dafür kritisieren? Wie gehst du damit um?

"Der Großteil der Stimmen ist wirklich positiv! Natürlich gibt es negative Stimmen, die meinen, ich würde mich nur zur Imageaufpolierung engagieren oder ich sollte mich wieder dem Tussizeug widmen. Es gab auch Drohungen aus der rechten Szene. Im Endeffekt versuche ich aber, meine Energie und Zeit nicht für diese negativen Kommentare zu verschwenden."

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