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Mobbing in der Schule: Was tun?

Mobbing in der Schule: Was tun?
Wenn das eigene Kind zum Mobbingopfer wird, ist daher eine intensive Unterstützung äußerst wichtig. © dpa, Oliver Berg

Wie Eltern bei der Bewältigung von Mobbing helfen können

An den Außenseiter aus der eigenen Schulzeit erinnert sich jeder: Wegen der unattraktiven Zahnspange und seiner Unsportlichkeit musste er tagaus tagein die Schikanen seiner Mitschüler ertragen: bösartige Witze wurden gerissen, sein Federmäppchen jeden Morgen ausgekippt, auf dem Heimweg knallten ihm einige Jungs ständig ihre Turnbeutel an den Kopf. Für den Betroffenen war dies ein unerträgliches Leid. Wenn das eigene Kind zum Mobbingopfer wird, ist daher eine intensive Unterstützung äußerst wichtig. Wie können Eltern am besten helfen?

Von Doreen Wagner

Die Basis für alle Hilfsmaßnahmen ist, dass Eltern die Symptome des Mobbings erkennen. Das ist einfacher gesagt als getan, da Kinder ihre Qualen oftmals verheimlichen. Sie schämen sich und vertrauen sich aus Angst vor den Tätern niemandem an. Dennoch gibt es Anzeichen, die auf Mobbing hindeuten: „Bei unserem schulpsychologischen Beratungsteam beschreiben Eltern betroffener Kinder oft sehr auffällige Verhaltensweisen“, sagt Matthias Ick, Geschäftsführer des Nachhilfeservice tutoria. Eltern sollten beispielsweise auf folgende Warnsignale achten:

Das Kind...

... will immer zur Schule gefahren werden, denn Mobbing-Attacken finden häufig auf dem Schulweg statt

... möchte gar nicht mehr zur Schule gehen, schwänzt oder „stellt sich krank“ aus Angst vor dem Kontakt mit den Mobbern

... verschlechtert sich in seinen schulischen Leistungen

... wirkt teilnahmslos, unsicher, nervös, ist leicht reizbar oder zeigt Aggressionen

... verliert zunehmend an Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl

... zieht sich immer mehr zurück

... leidet unter Schlafstörungen, Albträumen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen

... kommt mit Verletzungen oder zerstörten Sachen (Kleidung, Schulmaterial etc.) nach Hause

Das Gespräch mit dem Kind suchen

Erhärtet sich der Mobbingverdacht, sollten die Eltern ihr Kind behutsam nach Problemen in der Schule fragen. Durch Antworten wie „Ist doch alles super, was wollt ihr denn von mir“ dürfen Sie sich dabei nicht zurückweisen lassen. Bei Abwehrversuchen können Eltern dem Kind beispielsweise einfühlsam erklären, dass ihnen seine Niedergeschlagenheit aufgefallen ist und sie ihm bei Schwierigkeiten zur Seite stehen möchten.

Wenn das Kind von seiner Situation berichtet, sollten Eltern auf keinen Fall mit Vorwürfen reagieren - denn die macht es sich schon selbst genug. Vielmehr müssen sie das Kind davon überzeugen, dass es an der Situation keine Schuld trägt. Verständnis und aufmerksames Zuhören haben oberste Priorität. Zudem können Eltern dem Kind anbieten, das Vorgehen für die Problemlösung gemeinsam zu planen.

Auf keinen Fall sollten die Eltern des Opfers voreilig die Eltern des oder der Täter mit der Situation konfrontieren. Eventuelle Bestrafungen der mobbenden Kinder können die Lage massiv verschlimmern: Zur Missgunst gegenüber dem betroffenen Mitschüler kommt Wut hinzu und führt zu noch übleren Schikanen.

Äußerst wichtig ist es allerdings, den Klassenlehrer in Kenntnis zu setzen. Eltern sollten daher einen Gesprächstermin vereinbaren und ihm die Situation darstellen. Gemeinsam können sie dann Strategien entwickeln, um dem Kind zu helfen.

Eltern stehen alternativ Schulpsychologen für eine Beratung zur Verfügung. Erhalten sie keinen zeitnahen Termin, leistet das Schulpsychologen-Team des Nachhilfeservice tutoria eine „Erste Hilfe“. Auf der Website können Betroffene die Experten anonym per E-Mail kontaktieren und erhalten innerhalb kurzer Zeit kompetente Lösungsvorschläge. Hierfür müssen Sie sich lediglich kurz kostenlos registrieren. Wie das geht, erfahren Sie unter folgendem Link.

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