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Mobbing in der Schule: Was Sie dagegen tun können

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Mobbing gab es schon immer

Schon seit es Schulen gibt, wird „gemobbt“, was das Zeug hält. Das einzig neue an diesem Zustand ist das Wort „Mobbing“. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet anpöbeln oder fertig machen.

Mobbing in der Schule: Was Sie dagegen tun können
© Petair - Fotolia

Früher gab es keinen Fachbegriff für das „Mobbing“. Die Opfer waren eben die „Dicken“, die „Streber“, die „Dummen“, die „Kleinen“ oder was den Mitschülern eben noch so eingefallen ist, um andere auszugrenzen und zu beschimpfen. Irgendetwas finden sie immer, auch wenn es noch so lächerlich erscheint, worüber sie sich lustig machen. Oftmals werden auch Schüler gemobbt, die anders sind als die meisten, beispielsweise, weil sie einer anderen Nationalität, einer anderen Kultur oder Religion angehören. Manchmal reicht schon ein anderer Kleidungsstil aus, um das Opfer einer Mobbingattacke zu werden.

Doch was ist Mobbing überhaupt?

Als Mobbing bezeichnet man alle Handlungen, deren Ziel es ist, eine/n Mitschüler/in fertig zu machen. Mobbing betrifft gleichermaßen Jungs und Mädchen. Die Taten können sich auf körperlicher oder psychischer Basis abspielen. Drohungen, Demütigungen, Beschimpfungen, Schlechtmachen bei anderen oder pures Ignorieren sind leider keine Seltenheit. Mobbing kann sogar in Erpressungen, Quälereien oder sexuelle Belästigung ausarten. Wenn man mal einen Streit mit einem Mitschüler hat, spricht man aber noch nicht von Mobbing. Mobbing erstreckt sich über einen längeren Zeitraum und hat zum Ziel, jemand anderen fertig zu machen und sozial auszugrenzen.

Das Opfer darf sich wehren und Hilfe suchen.

Klein beigeben ist hier nicht angesagt, denn die Schuld liegt keineswegs beim Opfer. Die Täter würden auch beim talentiertesten und hübschesten Menschen der Schule einen Grund erfinden, wie sie denjenigen fertig machen können. Wichtig ist hingegen, dass das Opfer beginnt, sich zu wehren. Gespräche mit dem Klassen- oder Vertrauenslehrer sollten der Beginn sein, sich aus dieser Situation herauszukatapultieren. Natürlich sollte der Betroffene auch mit seinen Eltern reden und sie ins Vertrauen ziehen. Vielleicht gibt es auch außerhalb oder innerhalb der Schule eine/n gute/n Freund/in, mit der/dem man reden kann.

Alles aufschreiben

Eine gute Idee für die Betroffenen ist es, ein „Mobbing-Tagebuch“ zu führen.

Manchmal hilft es schon, sich Dinge, die einen belasten, einfach von der Seele zu schreiben. Außerdem erleichtert eine genaue Auflistung der Angriffe die Mobbingaffäre zu beenden. Wenn die Gespräche mit Eltern und Lehrern nicht weiterhelfen, oder die Opfer einfach Angst haben, dass es nach den Gesprächen zu verstärkten Handlungen auf Seiten der Täter kommt, gibt es natürlich auch Beratungsnummern, bei denen die Betroffenen anonym anrufen und sich helfen lassen können. Es gibt zum Beispiel das Kinder- und Jugendtelefon (www.kinderundjugendtelefon.de) oder eine Beratungsstelle von Jugendlichen für Jugendliche (www.teensonphone.de). Einen guten Schulpsychologen in der Nähe kann man unter www.schulpsycholgie.de ausfindig machen.

Wenn du also merkst, dass ein Mitschüler von Mobbing betroffen ist, ignoriere das nicht, sondern mach dich stark für diese Person! Lass die Person wissen, dass sie nicht alleine ist und sich selbst für gar nichts die Schuld geben muss!

Wenn du selbst in einer Mobbing-Situation feststeckst, fass dir ein Herz und rede mit anderen darüber! Halte dir immer vor Augen, dass auch du ein interessanter Mensch mit ganz vielen guten Seiten bist, der es gar nicht nötig hat, sich so fertig machen zu lassen!

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