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Mobbing im Internet und per SMS

Mobbing im Internet und per SMS
Mobbing im Internet und per SMS © picture-alliance / ZB, Silke Reents

Digitales Mobbing ist besonders fies

Mobbing passiert überall: auf dem Schulhof, auf dem Weg zur Schule und nach Hause, in der Freizeit. Immer öfter wird auch auf elektronischem Weg gemobbt - mit dem Handy per SMS, per E-Mail, in Online-Communities und -Foren. Das besonders gemeine daran: Die Täter bleiben anonym, können sich hinter erfundenen E-Mail-Adressen und Nicknames verstecken.

Diese Form des Mobbings kann für die Opfer noch verletzender sein. Denn die getarnten Täter und Täterinnen (oft sind es nämlich Mädchen, manchmal ganze Cliquen) können hemmungslos ihren Aggressionen nachgeben. Sie fühlen sich sicher, dass sie nicht enttarnt und zur Rechenschaft gezogen werden. Außerdem ist es für sie leichter, als wenn sie dem Opfer Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und seine Reaktionen erleben. Mitleid kann so nicht aufkommen.

Wer von SMS-Botschaften oder E-Mails verfolgt wird, ahnt oft, wer dahinter stecken könnte. Trotzdem ist es nicht einfach, den oder die Täter zu überführen. Andere Opfer sind völlig ahnungslos. Die Ungewissheit, wer hinter den Angriffen steckt, kann noch schlimmer sein und Kinder und Jugendliche völlig aus der Fassung bringen. Viele ziehen sich völlig zurück und werden depressiv.

Als Vorsorgemaßnahmen:

Handy-Nummer und E-Mail-Adresse nur an Leute weitergeben, denen man absolut vertraut und sie eindrücklich bitten, diese Daten nicht an Dritte weiterzuleiten.

Keine Fotos von sich selbst ins Internet stellen. Auch nicht an – vermeintliche - Freunde weitergeben. Und sich am besten auch nicht von anderen fotografieren lassen.

Einen Streit nie per E-Mail oder SMS fortsetzen. Das kann leicht eskalieren. Persönlich zu sprechen, direkt face-to-face oder telefonieren, ist in jedem Fall besser.

So wehren Sie sich

Mobbing im Internet und per SMS
© picture-alliance/ dpa, Stefan Biestmann

Kinder und Jugendliche sollten mit einem Erwachsenen, dem sie vertrauen, sprechen, wenn sie boshafte SMS-Botschaften oder E-Mails erhalten. Gemeinsam sind die nächsten Schritte leichter:

Handy-Anbieter wechseln und eine andere Handy-Nummer geben lassen.

E-Mail-Adresse wechseln und alte E-Mail-Adresse löschen lassen.

In einem Forum o.ä. am besten an den Administrator, Moderator oder direkt an die Community-Leitung wenden. Sie können dem Angreifer den Zugang verbieten.

Wenn Fotos und Namen in einem rufschädigenden Zusammenhang veröffentlicht werden, müssen Homepage-Betreiber sie von der Seite nehmen.

Konkrete Gesetze gegen "Cyber-Mobbing" gibt es allerdings nicht. Das Opfer kann aber Ansprüche unter anderem aus dem allgemeinen Zivilrecht ableiten. Das Dargestellte muss zum Beispiel unterlassen werden, wenn es sich um Rufmord handelt. Auf die Täter können dann wegen Beleidigung oder Verleumdung Gegendarstellungs-, Unterlassungs- oder Schadensersatzansprüche zukommen.

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