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Mit welchem Sinn lernt ihr Kind?

Mit welchem Sinn lernt ihr Kind?

Die verschiedenen Lerntypen

Der motorische Lerntyp

Der motorische Lerntyp kann nicht lange an seinem Schreibtisch sitzen, um dort klassisch zu lernen. Er braucht Bewegung.

Er merkt sich Dinge am besten indem er es selbst ausprobiert. Denn dadurch kann er Komplexes besser nachvollziehen. Für ihn ist wichtig, am Lernprozess unmittelbar beteiligt zu sein, und durch beim learning by doing eigenständige Erfahrungen zu sammeln. Themen erkundet er und erarbeitet sie sich selbst. Dieser Lerntyp lernt am leichtesten, wenn er selbst etwas ausführt, zum Beispiel durch Ausprobieren, Experimente und Gruppenaktivitäten. Bauen Sie Dinge nach, lassen Sie Rechenaufgaben mit Material ausrechnen oder nachlegen, laufen Sie Entfernungen ab und messen Sie Distanzen aus.

Dieser Studiertyp erinnern sich ausgezeichnet an Informationen, die sie durch Bewegung, Handeln und Fühlen aufgenommen hat. Anhand des bekannten Beispiels Druck gleich Kraft durch Fläche' versteht dieser Lerntyp am schnellsten, wenn er ein Experiment dazu durchführt.

Tipp: Es können auch Tricks angewendet werden, wie sich beim Lernen zu bewegen: Laufen Sie im Zimmer auf und ab, wiederholen Sie dabei den Lernstoff. Benutzen Sie Hände und Füße, um Gesten und Mimiken einzubringen. Suchen Sie sich passenden Gegenstände zum Lernstoff, die Sie anfassen können.

Lernhilfen: (rhythmische) Bewegungen, Nachmachen, Gruppenaktivitäten, Rollenspiele

Der visuelle Lerntyp

Der visuelle Lerntyp lässt sich leicht durch visuelle Unordnung ablenken.

Der visuelle Lerntyp nimmt Neues am Besten durch das Lesen von Informationen und das Beobachten von Handlungsabläufen. Es fällt ihm leichter, sich Inhalte zu merken, wenn er sich dazu Fotos, Tabellen oder Grafiken anguckt. Um beim Beispiels des physikalischen Gesetzes 'Druck gleich Kraft durch Fläche' zu bleiben: Der visuelle Lerntyp versteht es am schnellsten, wenn er die Erklärung lesen kann oder sie ihm grafisch dargestellt wird.

Der visuelle Lerntyp liest gerne, schaut gerne Bilder, Illustrationen oder Grafiken an, um Sachverhalte zu verstehen. Er braucht eine schöne Lernumgebung und arbeitet gerne mit Tafelbildern und schriftlichen Unterlagen. Er schreibt gerne mit und nimmt Informationen auf indem er sich diese anguckt oder zeigen lasst. Er erinnert sich besonders an das, was er selbst gelesen und gesehen hat.

Tipp: Malen Sie Bilder, arbeiten Sie mit farbigen Stiften oder Markern. Nutzen Sie Flipcharts oder Papierwände, arbeiten Sie mit Videofilmen oder Fernsehbeiträgen zum Thema. Machen Sie sich im Geiste Bilder zum Lerninhalt, wenn er Ihnen vorgetragen wird.

Lernhilfen: Bücher, Skizzen, Bilder, Lernposter, Videos, Lernkarteien

Der auditive Lerntyp

Auditive Lerntypen fühlen sich durch Umgebungsgeräusche schnell gestört und mögen meist keine Musik im Hintergrund.

Er kann leicht gehörte Informationen aufnehmen, sie behalten und auch wiedergeben. Er kann mündlichen Erklärungen folgen und sie verarbeiten. Für ihn hören sich Erklärungen stimmig an. Sie klingen zutreffend.

Um das physikalische Gesetz 'Druck gleich Kraft durch Fläche' zu verstehen, reicht dem auditiven Lerntyp eine vorgetragene Erklärung dieser Form aus: "Übt man auf einen Gegenstand eine bestimmte Kraft in horizontaler Richtung nach unten aus, wird - wegen der relativ großen Berührungsfläche des Gegenstandes - der Druck auf die Platte, auf welcher sich der Gegenstand befindet, keinen bedeutenden Effekt haben. Verringern wir jedoch die Berührungsfläche des Gegenstandes bei gleichbleibender Kraft, wird der Druck die Platte durchbohren."

Tipp: Der auditive Lerntyp lernt am besten, wenn er den Lernstoff hört (z.B. über Lernkassetten), in dem er sich den Text selbst laut vorliest oder einem anderen dabei zuhört. Er kann sehr gut auswendig lernen, indem er den Text laut spricht und ihm liegen mündliche Aufgaben.

Auditive Lerntypen führen oft Selbstgespräche beim Lernen. Sagen Sie sich die Lerninhalte laut vor, erzählen Sie anderen davon, erfinden Sie ein Lied dazu und trällern es vor sich hin.

Lernhilfen: Lernkassetten, Gespräche, Vorträge, Musik, ruhige Umgebung (keine Nebengeräusche)

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