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Mit Kohlsuppe schnell abnehmen: Wie gesund ist die Kohlsuppen-Diät?

So umgehen Sie den Jo-Jo-Effekt!
So umgehen Sie den Jo-Jo-Effekt! Wieso Blitzdiäten nicht funktionieren 00:02:06
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Schnelle, aber kurzfristige Erfolge

Sie ist längst kein Geheimtipp mehr, um schnell an Gewicht zu verlieren: die Kohlsuppe. Als Mittel zum Zweck geliebt, als alleinige Mahlzeit in der Regel spätestens ab dem dritten Tag gehasst, kochen alljährlich Tausende Menschen zu Beginn ihrer Diät literweise davon. Die Kohlsuppen-Diät zählt zu den ältesten und beliebtesten Blitzdiäten der Welt. Ihren Ursprung hat sie in den USA. Wie der Name schon verrät, soll über einen Zeitraum von wenigstens fünf bis sieben Tagen ausschließlich Kohlsuppe gegessen werden. Die Kohlsuppe lässt sich schnell zubereiten: Sie benötigen lediglich Weißkohl, je nach Geschmack weitere Gemüsesorten wie Möhren oder Sellerie und ungesalzenes Wasser. Einmal gekocht hält sich die Kohlsuppe über mehrere Tage. Pro Tag dürfen Sie so viel von der Suppe essen, wie sie wollen. Zusätzlich zur Kohlsuppe sehen manche Diätpläne eine Ernährung mit Obst und Gemüse vor, während bei anderen nur Wasser und Kräutertees erlaubt sind. Der Lohn der Qualen: Ein schneller Gewichtsverlust.

Den erklären viele damit, dass das schwer verdauliche Gemüse die Fettverbrennung ankurbelt. Doch weit gefehlt. Denn obwohl sich bei der Kohlsuppen-Diät relativ schnell erste Erfolge zeigen, sind die Gründe dafür ernüchternd. Wie bei den meisten einseitigen Blitzdiäten ist der Gewichtsverlust auch bei der Kohlsuppe zum einen in erster Linie dem Wasserverlust zu verdanken. Denn statt auf Fett zur Energiegewinnung setzt unser Körper meist auf die Mobilisierung von Glykogen, wenn ihm keine Kohlenhydrate zugeführt werden. Und Glykogen stellt sozusagen die Speicherform der Kohlenhydrate dar. Wird es bei einem Kohlenhydratmangel abgebaut, wird gleichzeitig Wasser ausgeschieden. Zum anderen baut der Körper Muskelmasse ab, wenn wir ihm während einer Diät keine Proteine zuführen. Umgehen kann man den Muskelabbau dadurch, dass man während der Diät Sport treibt. Dabei sollten Sie auf eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining setzen.

Bei der Kohlsuppen-Diät ist der Jo-Jo-Effekt vorprogrammiert

Solch einseitige Diäten sind schwerer durchzuhalten als eine langfristige Ernährungsumstellung. Wer sich tagelang nur von einem Lebensmittel ernähren darf, hat nicht selten mit Heißhungerattacken zu kämpfen. Dem Verlangen nach Süßem oder Salzigem können nur die wenigsten standhalten. Und viele legen nach dem Sündigen gleich das ganze Vorhaben auf Eis.

Ein weiterer deutlicher Nachteil sogenannter Blitzdiäten: Die verlorenen Pfunde sind meist schnell wieder drauf. Unser Körper passt sich nämlich den äußeren Gegebenheiten an: Nehmen wir über mehrere Tage weniger Kalorien zu uns, sinkt auf der Grundumsatz. Unser Körper läuft auf Sparflamme und verbrennt weniger Kalorien. Essen wir dann von einem auf den anderen Tag wieder normal, speichert er, was er kriegen kann, um für zukünftige Nahrungsengpässe gewappnet zu sein. Mit anderen Worten: Unser Körper ist bestrebt, die Fettzellen wieder zu füllen – und zu den verbliebenen Fettpölsterchen gesellen sich nicht selten neue hinzu. Dieses Phänomen ist als Jo-Jo-Effekt berühmt-berüchtigt.

Wer also schnell ein paar Pfunde verlieren möchte und auf kurzfristige Erfolge setzt, ist mit der Kohlsuppendiät genauso gut beraten wie mit jeder anderen Blitzdiät. Wer sein Gewicht jedoch langfristig senken möchte, sollte am Tag nicht weniger als 1.200 Kalorien zu sich nehmen. Diese sollten aus vielen frischen Lebensmitteln, Vollkornprodukten, fettarmen Milchprodukten, viel Fisch und wenig Fleisch stammen. Auf diese Weise dauert der Gewichtsverlust zwar länger, ist aber deutlich gesünder, da so auch einem Nährstoffmangel vorgebeugt wird.

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