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Mit ICL wieder sehen: Kontaktlinsen werden implantiert

ICL: Ist die Operation besser als Laser?

Beim ICL-Verfahren wird eine implantierbare Kontaktlinse zwischen die Regenbogenhaut und die körpereigene Linse eingesetzt. Durch die Operation kann eine Fehlsichtigkeit von bis zu minus 25 oder plus 10 Dioptrien berichtigt werden - weitaus mehr als durch eine Laseroperation. Auch Schlagersänger Norman Langen hat sich entschlossen, sich die Kontaktlinsen in die Augen einpflanzen zu lassen – er war stark weitsichtig und schielte seit dem Alter von zwei Jahren.

Schlagersänger Norman Langen lässt sich Kontaktlinsen in die Augen operieren
Norman ist bei der Nachuntersuchung sehr zufrieden - nach dem Eingriff schielt er nicht mehr

"Wenn man anfängt zu schwitzen, dann rutscht die Brille. Mit Kontaktlinsen hat das ganz gut funktioniert, die ganzen Jahre eigentlich - aber jetzt merke ich, dass mein Auge immer trockener wird. Die Augen brennen, eine Kontaktlinse ist mir während des Auftritts sogar schon rausgefallen. Das ist natürlich der Super-GAU, wenn du auf der Bühne stehst und nur noch auf einem Auge was siehst und nur noch das Publikum anschielst", so der Sänger.

Wie Norman trifft es auch viele andere Träger weicher Kontaktlinsen. Im Laufe der Jahre schleicht sich eine Kontaktlinsenunverträglichkeit ein. Norman hat vom ICL-Verfahren beim Augenzentrum München gelesen und sich entschieden: Unter lokaler Betäubung möchte er Collagen-Linsen eingesetzt bekommen.

Wie funktioniert die Augenoperation mit ICL?

Der Eingriff dauert ungefähr eine halbe Stunde. Er kann unter einer örtlichen Betäubung durch Tropfen oder eine Spritze oder unter Vollnarkose durchgeführt werden. Zuerst wird meist mittels eines Laserstrahls ein kleines Loch in die Iris gemacht, um den Druck im Auge im Gleichgewicht zu halten. Danach erfolgt ein 2-3 Millimeter großer Schnitt am Rande der Hornhaut. Über diesen Schnitt wird dann die Linse in Auge gebracht. Diese nimmt den Platz hinter der Regenbogenhaut und vor der natürlichen Linse ein, ohne diese zu berühren. Da sich der Einschnitt nach spätestens einer Stunde von selbst schließt, wird er in der Regel nicht vernäht.

Wie bei jeder Operation besteht auch beim Einsetzen eine Kunstlinse ins Auge die Gefahr von verschiedenen Nebenwirkungen. Im Fall des ICL-Verfahrens sind diese zwar selten, sollten aber trotzdem ernst genommen werden: Von einer Regenbogenentzündung über Druckanstieg im Auge kann es ebenso in seltenen Fällen zur Graustar-Bildung und zum Verlust der Zellen auf der Hornhautrückfläche führen. Zum Glück kann die Linse problemlos wieder entfernt werden, wenn sich die ersten Symptome der negativen Nebeneffekte erkennen lassen.

Die Operation kostet zwischen 4.500 und 6.500 Euro und wird normalerweise nicht von der Krankenkasse übernommen. Norman Langen ist die wiedergewonnene Sehleistung das Geld wert: Nach dem Eingriff hat er beinahe die volle Sehleistung von 125 Prozent erlangt - so gut hat er noch nie in seinem Leben gesehen.

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