BEAUTY BEAUTY

Mit Hyaluronsäure gegen Falten

Mit Hyaluronsäure gegen Falten
© carol_anne - Fotolia

Wie gut ist Hyaluronsäure?

In jeder Kosmetikwerbung strahlen sie uns entgegen, die makellosen, völlig faltenfreien Frauengesichter – und daneben taucht in letzter Zeit immer öfter das Wort „Hyaluronsäure“ auf. Doch was ist das eigentlich, und woher kommt die beinahe magische Wirkung gegen Falten, die uns überall versprochen wird?

Von Kathrin Dodenhoeft

Hyaluronsäure wird in zwei Verwendungsarten benutzt: Einmal als reines Produkt, das direkt (wie Botox) unter die Haut gespritzt wird, und einmal als Inhaltsstoff in Hautcremes. So ist sie mittlerweile in fast allen Anti-Aging-Produkten enthalten. Der medizinische Kosmetik-Hersteller Eucerin beispielsweise wirbt groß mit dem „Hyaluron-Filler“, einer Pflegecreme-Serie, die Falten sichtbar reduzieren soll. Doch kann man Falten wirklich durch eine Creme glätten? Und sind die Injektionen von reiner Hyaluronsäure wirklich gefahrlos?

Tatsächlich ist es so, dass Hyaluronsäure ein Wirkstoff ist, der von Natur aus zu unserem Organismus gehört – im Gegensatz zu Botox, welches eigentlich ein Nervengift mit muskellähmender Wirkung ist. Er besteht aus komplizierten Zuckermolekülen und hat die erstaunliche Eigenschaft, große Mengen an Wasser zu binden – und zwar bis zu sechs Liter Wasser pro Gramm Hyaluronsäure! Außerdem füllt sie die Zwischenräume zwischen den Gewebefasern, und sorgt so dafür, dass unsere Haut frisch aussieht und elastisch bleibt. Einziges Problem: Der Stoff baut sich im Lauf der Zeit immer mehr ab, so dass unsere Haut mit 50 Jahren nur noch 50 Prozent der ursprünglichen Masse an Hyaluronsäure beinhaltet.

 

Hyaluronsäure per Injektion

Darum wird Hyaluronsäure auch bei der Behandlung von Arthrose eingesetzt: die durchsichtige, gelartige Substanz wird bei Beschwerden beispielsweise in die Kniegelenke gespritzt, um Schmerzen zu lindern. In der ästhetischen Medizin erfolgt das ganze auf ähnliche Weise: Eine Behandlung dauert nur ca. 30 Minuten, mit einer feinen Nadel wird eine bestimmte Falte aufgespritzt. Der Effekt ist danach sofort sichtbar, und der Wirkstoff ist sehr gut verträglich – solange synthetisch hergestellte Hyaluronsäure genutzt wird. Auf die Herstellungsart zu achten ist wichtig, denn Hyaluronsäure wird auch aus Hahnenkämmen gewonnen – kann in diesem Fall aber Allergien auslösen.

Eine solche Behandlung ist für Naso-Labial-Falten, kleine Kräuselfalten um den Mund, Krähenfüße, Stirnfalten und auch Knitterfältchen im Dekolletée geeignet. Auch Narben können auf diese Weise aufgepolstert werden, und seit neuestem geht auch eine Brustvergrößerung per Hyaluron-Injektion. Hier muss allerdings eine sehr hohe Menge der Substanz gespritzt werden, wodurch Nebenwirkungen wie im schlimmsten Fall Zystenbildung auftreten können. Eine solche Aufspritzung hält auch nur ca. drei Jahre und muss danach erneuert werden.

Für normale Faltenbehandlungen ist gegen den Einsatz von Hyaluronsäure jedoch nichts einzuwenden. Der größte Nachteil einer solchen Behandlung ist der Preis. Mit im Durchschnitt 400 Euro für eine Falte können die meisten sich so etwas wohl nicht leisten. Auch muss nach sechs Monaten nachgespritzt werden, wenn die Wirkung nicht nachlassen soll, denn auch das eingespritzte Hyaluron wird relativ schnell wieder abgebaut.

Hyaluronsäure zum Cremen

Hyaluronsäure
© PhotoAlto/ Bodycare & Make-up

Laut Erkenntnissen von Öko-Test wirken Anti-Falten-Cremes gegen Falten. Einziges Problem: Sie wirken nicht so, wie von der Werbung versprochen. Dadurch, dass die Haut mit Fett und Feuchtigkeit versorgt wird, ergeben sich durchaus sichtbare Effekte. Kleine Fältchen verschwinden, was jedoch nichts mit bestimmten Wirkstoffen der Cremes, sondern eher mit der Kombination von Wasser und Fett zu tun hat.

Auch Stiftung Warentest fand heraus, dass der Anti-Falten-Effekt der Cremes zwar messbar, jedoch nicht sichtbar ist. Die in Cremes enthaltene Hyaluronsäure wirkt nur an der Oberfläche und kann folglich nur kleinste Falten auffüllen (hier handelt es sich um Hundertstel Millimeter), die so gar nicht sichtbar sind.

Das Positive daran: Man braucht keine Unsummen Geld für Anti-Aging-Cremes auszugeben, da auch preisgünstige Produkte den gleichen Effekt erzielen. Bei regelmäßiger, sorgfältiger Pflege kann man sein Hautbild auf jeden Fall verbessern. Wer richtige Mimikfalten allerdings ganz verschwinden lassen möchte, wird wohl auf medizinische Behandlungen zurückgreifen müssen.

Anzeige