Missbrauchs-Opfer wird von Rockern stark gemacht

Applaus der harten Kerle für das Missbrauchs-Opfer

Missbrauch: Dennis war sieben als sein Stiefvater ihn zum ersten Mal in das Kabuff hinter seiner Kellerwerkstatt zerrte und sich an ihm verging. Von da an wiederholte sich der Missbrauch in einer kleinen Stadt in der Nähe von Aachen jede Woche, jahrelang.

Jetzt ist Dennis 14 und der Stiefvater steht endlich vor Gericht. Das Martyrium des Jungen geht aber weiter, denn Dennis muss und will aussagen. Wie schwer das für Opfer von Missbrauch ist, davon haben die meisten Menschen keine Vorstellung. Es ist nicht nur die Scham und nicht nur Schuldgefühle, die Täter dem Opfer einreden, die solche Auftritte vor Gericht oder bei der Polizei so schwierig macht, sondern die Probleme reichen viel tiefer.

Mit dem Missbrauch wird das Opfer zu einem Ding gemacht, zu einer Art lebendigem Sex-Toy. Am Ende verliert das Opfer jegliches Selbstbewusstsein. "Ich kann kaum noch schlafen, schrecke ständig hoch wegen der Panikattacken", sagt Dennis. Für die Aussage brauche er "unendlich viel Mut", so der Junge.

Dass der 14-jährige Dennis dennoch aussagen will, verdankt er auch einer Gruppe von 'Motorrad-Rockern'. Die 'Biker against Child Abuse' haben den Jungen stark gemacht und begleiten ihn auch zum Prozess. Der ist zwar nicht öffentlich, aber der Motorradclub wartet in voller Besetzung vor dem Gerichtssaal. Als Dennis nach seiner stundenlangen Aussage den Saal verlässt, brandet der Applaus der harten Kerle auf.

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