Missbrauch und Gewalt an Kindern: Der schlimmste Feind sind oft die Eltern

Missbrauch und Gewalt an Kindern
Drohungen, Missbrauch, Folter: Tausende Kinder in Deutschland werden gequält.

Missbrauch: Tausende Kinder wurden 2013 zu Opfern

Tausende Kinder in Deutschland erleben ihre Kindheit als Martyrium: Der schlimmste Feind dieser Kinder sind meist ihre eigenen Eltern! Schläge, Folter und sexueller Missbrauch bestimmen den Alltag, dem sie schutzlos ausgeliefert sind. Im Jahr 2013 wurden der Polizei insgesamt 3.525 Fälle der „Misshandlung von Kindern“ bekannt. In 12.437 Fällen ermittelten die Behörden wegen „sexuellen Missbrauchs von Kindern“. Ein Kind starb demnach, nachdem es sexuell missbraucht worden war.

Diese Zahlen zu Verbrechen an Kindern im Jahr 2013 nennt die offizielle Polizei-Statistik, die jetzt vom Präsidenten des Bundeskriminalamts Jörg Ziercke und Rainer Becker, Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Kinderhilfe vorgestellt worden ist.

Verbrechen an Kindern: Wirkliche Fallzahlen zwanzigmal höher

Im Vergleich zu den Fallzahlen des Vorjahres gibt es nur wenig Veränderung: Die Missbrauchsfälle haben leicht abgenommen (-1,5 Prozent), bei der „Misshandlung von Kindern“ gab es einen Zuwachs der Fälle von 2,2 Prozent. Experten gehen allerdings bei beiden Verbrechensformen von einer enormen Dunkelziffer aus: Die tatsächlichen Fallzahlen seien fünf- bis zwanzigmal so hoch wie die der bekannten. Gegen die Verbrechen im Familienkreis sind Kinder kaum geschützt.

Im Polizei-Deutsch heißt es weiter: In 1.083 Fällen kam es zu einem „Vollzug des Beischlafs mit einem Kind“ oder zur „Vornahme einer ähnlichen sexuellen Handlung“. Das ergibt ein Plus von 1,3 Prozent. Auch die Fälle von „exhibitionistischen Handlungen vor Kindern“ nehmen um 0,6 Prozent auf 1.889 Fälle zu.

Einen starken Zuwachs verzeichnen die Delikte „Besitz / Verschaffung von Kinderpornographie“: 4.144 Fälle (2012: 3.239 Fälle) bedeuten 27,9 Prozent mehr. Dieser starke Anstieg hängt im Wesentlichen mit dem Aufdecken eines Kinderporno-Rings in Nordrhein-Westfalen zusammen. Es wurden allein in diesem Zusammenhang 536 Tatverdächtige ermittelt.

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