Miracle Village in Florida: Warn-Schilder weisen auf Sexualstraftäter hin

Miracle Village - die Stadt der Sexualstraftäter

In Florida warten auf Sexualstraftäter nach dem Verbüßen einer Gefängnisstrafe große Einschränkungen im Alltag. Dazu gehören etwa Vermerke auf dem Führerschein und spezielle Schilder, die vor den Häusern der Täter aufgestellt werden und Vorbeifahrende vor ihnen warnen sollen. Um der Diskriminierung zu entgehen, haben sich mehrere ehemalige Sexualstraftäter zusammengetan und das Dorf Miracle Village gegründet.

In den USA warten auf Sexualstraftäter auch nach dem Verbüßen einer Gefängnisstrafe Einschränkungen im Alltag. Dazu gehören etwa spezielle Schilder.
Solche Schilder werden vor Häusern von verurteilten Sexualstraftätern gestellt.

„Mein Name ist Brandon. Ich wurde verurteilt wegen Besitzes von Kinderpornografie“, „Ich bin Chad, ich habe einem schlafenden Jungen an den Penis gefasst“ – so hört sich die Therapiestunde in Miracle Village an. Das Dorf wird ausnahmslos von ehemaligen Sexualstraftätern bewohnt: Sie haben sich zusammengeschlossen, weil sie sonst niemand in der Nachbarschaft haben will. Das Dorf hat rund 130 Einwohner und liegt im Hinterland von Florida, abgeschottet von der Gesellschaft.

„So wie die Gesetze in Florida sind, muss ich hier abgeschieden leben, weit weg von einem Arbeitsplatz, der Familie und Freunden, das ist hart“, sagt Chad Stoffel, einer der Bewohner. Er hat als Musiklehrer einen 15-jährigen Jungen sexuell belästigt.

Die „schweren“ Fälle werden in Miracle Village nicht angenommen. „Wir nehmen keine diagnostizierten Pädophilen, keine Serien-Vergewaltiger und keine Sexstraftäter, die auch Kindermörder sind“, erzählt Pad Powers, der Gründer des Dorfes. Diese ersten Ex-Häftlinge, die Miracle Village aufgebaut haben, haben strikte Regeln aufgestellt, um friedlich miteinander auszukommen. Wer hier aufgenommen wird, hat Glück – andere spüren die ganze Härte des Gesetzes.

Sexualstraftäter müssen abgesondert leben

So etwa Kenneth, der als 18-jähriger ein 15-jähriges Mädchen sexuell missbraucht haben soll – er lebt auf einem Parkplatz in einem Industriegebiet, zusammen mit etwa ein Hundert anderen Menschen. Sie schlafen auf offener Straße: „Ich bin obdachlos. Sie setzen uns hier aus, und dann sind wir auf uns selbst gestellt. Ob es regnet oder schneit, ob es kalt ist, nass - wir müssen hier sein“, erzählt er.

Verurteilte Sexualstraftäter dürfen in den USA nicht in der Nähe von Parks oder Schulen wohnen. Die vorgeschriebene Distanz von 800 Metern zu einem Park, Spielplatz oder einer Schule macht das Leben in einer normalen Stadt nahezu unmöglich. Um Sexualstraftäter aus einem Stadtviertel zu vertreiben, verbünden sich auch schon mal Nachbarn und legen künstliche kleine Parks an, so genannte Pocket Parks. Da entlassene Sexualstraftäter unter allen Umständen 800 Meter Abstand zu Spielplätzen halten müssen, sind sie gezwungen umzuziehen. In Dörfern wie Miracle Village können sie hingegen fast ohne Einschränkungen normal leben.

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