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Mingle: Wenn man in einer Beziehung lebt und trotzdem Single ist!

Mingle-Dasein: Besonders bei Um-30-Jährigen verbreitet

Es gibt einen neuen Begriff für einen zuvor nicht klar definierten Beziehungszustand: "Mingles" sind Menschen, die zwar allein leben und sich trotzdem in einer – gern lockeren – Beziehung befinden. Manche tun das freiwillig, andere, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt.

Mingle: Wenn man in einer Beziehung lebt und trotzdem Single ist!
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Von Christiane Mitatselis

Auf Englisch bedeutet "to mingle" eigentlich mischen – gemeint ist hier aber die Kombination aus "mixed" und "single" - also Paare, die aus zwei Singles bestehen. Es gibt unterschiedliche Formen der Mingle-Beziehung, zunächst die klar definierte, gleichberechtigte – das heißt. Ein Paar entschließt sich dazu, zwar zusammen zu sein, aber nicht zusammen zu leben. Man verabredet sich, man unternimmt Dinge zusammen, man fährt zusammen in den Urlaub, teilt aber keine Wohnung und erspart sich somit den gemeinsamen Alltag und alle damit verbundenen Probleme.

Vor allem reifere Menschen, die schon viel erlebt haben, entscheiden sich für diese Art des Zusammenlebens. Die Liebe kann leben, die Beziehung bleibt frisch – Voraussetzung ist natürlich, dass beide mit dieser Lebensweise einverstanden sind – und nicht einer in Wahrheit vom gemeinsamen Reihenhaus träumt.

In der Generation um die 30 beobachten Soziologen und Psychologen die Tendenz zur halbgaren Mingle-Beziehung – das Phänomen sieht so aus: Man trifft sich, man hat Spaß, lässt es aber dahinplätschern, ohne sich festzulegen – und zu sagen: Wir sind ein Paar. Wenn beide damit einverstanden sind, ist so etwas nicht problematisch. Meistens finden lockere Beziehungen dieser Art in Phasen des Übergangs statt.

Für den Partner nicht gut genug

Schädlich für die Psyche kann eine solche Verbindung aber dann sein, wenn einer der Partner die lockere Beziehung gern in eine feste umwandeln würde, der andere da aber nicht mitmacht.

Vielleicht, weil er oder sie hofft, noch etwas Besseres auf dem hart umkämpften Partnermarkt zu finden. Vielleicht, weil ihm oder ihr der Gedanke an eine feste Beziehung wie ein Gefängnis erscheint und Angst macht – oder weil er oder sie einfach nicht richtig verliebt ist

Für den Partner, der mehr will und die Geschichte nur mitmacht, um den anderen nicht zu verlieren, bedeutet eine solche Beziehung eine Dauer-Frustration. In der Regel übernehmen Frauen den leidenden Part. Sie will mehr und träumt bereits von Kindern, er pocht auf seine Freiheit, ist noch nicht so weit und leidet sowieso an Entscheidungsphobie - der Klassiker. Derartige Geschichten enden selten gut – meistens mit Hass und vielen Tränen.

Im Grunde steckt in der naiven Teenager-Frage "Willst du mit mir gehen" die Lösung, denn sie zielt auf eine Entscheidung ab, ohne Beziehungen selten funktionieren. Wer "ja" antwortet, bekennt sich zu einem Menschen ("Ich gehe jetzt mit XY..."). Später kann man immer noch sehen, ab man lieber ein Mingle-Paar bildet – oder den Paar-Klassiker lebt.

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