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Mineralwasser: Alles über Wasser und Trinken

Mineralwasser: Alles über Wasser und Trinken
Auch günstiges Mineralwasser kann gut sein. Doch wie viel sollten Sie täglich trinken?

Billig-Mineralwasser schneiden im Test gut ab

Das Gefühl ist einfach wunderbar: Es zischt und prickelt, wenn kühles Wasser die Kehle hinunter läuft und ich fühle mich sofort wieder frisch. Vor allem im Sommer oder nach dem Sport. Je größer der Durst ist, desto besser ist der Effekt. Ich mag Mineralwasser am liebsten, wenn es neutral schmeckt und ein bisschen Kohlensäure hat. Medium also.

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Von Daniele Erdorf

Aber jetzt habe ich mich doch gefragt, ob das die beste Variante ist. Ob Wasser ohne Kohlensäure nicht gesünder ist, wie viel Salz drin sein darf und wie viele Mineralstoffe es enthalten sollte. Und dann die Gretchen-Frage: Trinke ich überhaupt genug?

Isabelle Keller, Ernährungsfachfrau bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hilft mir weiter. "Durst", erklärt sie mir zunächst, "entsteht schon, wenn der Körper nur 0,5 Prozent Wasser verliert oder wenn die Kochsalzkonzentration im Blut zu hoch ist – beispielsweise, wenn man zu viel Salz gegessen hat." Dann muss Flüssigkeit her und zwar am besten in Form von Wasser. Andere Getränke enthalten auch Wasser und tragen damit zu Flüssigkeitsbilanz des Organismus bei, aber so Isabelle Keller: "Pures Wasser ist der beste Durstlöscher, weil es außer einigen sinnvollen Mineralien und Spurenelementen keine weiteren Zusatzstoffe oder gar Kalorien enthält". Außerdem ist es das am stärksten kontrollierte Lebensmittel.

Trinken Sie mindestens 1,5 Liter am Tag

Der Körper braucht am Tag etwa 2,5 Liter Wasser. Rund einen Liter nehmen wir schon über Nahrungsmittel auf. Besonders Obst, Gemüse und Joghurt enthalten viel Flüssigkeit. Der Rest muss getrunken werden. Macht also 1,5 bis zwei Liter und bei erhöhtem Bedarf – beispielsweise im Sommer – auch mehr.  Wer Diät macht und weniger isst, muss dementsprechend mehr trinken. "Stellen Sie immer ein Glas Wasser in Ihre Nähe", rät Isabelle Keller, "oder lassen Sie sich von Ihrem Handy daran erinnern, zu trinken." Wichtig ist vor allem, nicht große Mengen auf einmal zu schlucken. Unser Darm kann nur 0,2 Liter Flüssigkeit pro Viertelstunde aufnehmen. Der stete Tropfen ist  für unseren Körper also das Beste, lerne ich.

"Ob Wasser nun mit oder ohne Kohlensäure getrunken wird, ist eigentlich egal", erklärt die Ökotrophologin weiter. "Das ist Geschmackssache. Die Kohlensäure hat aber den positiven Nebeneffekt, dass sie den pH-Wert im Wasser verringert und Bakterien bei offenen Wasserflaschen keine guten Chancen haben." Außerdem regt sie die Durchblutung der Magenschleimhäute an und fördert die Verdauung. Entscheidend ist aber, dass wir Wasser gerne trinken und nicht von lästigem Aufstoßen gequält werden.

Auch die Frage, wie viel Mineralstoffe ein Wasser enthält ist interessanter Weise nicht von großer Bedeutung. Isabelle Keller: "Den überwiegenden Teil der Mineralien und Spurenelemente nehmen wir ohnehin über die Nahrung auf." 150 Milligramm Kalzium pro Liter sind viel für ein Mineralwasser. Ebenso mehr als ein Milligramm Eisen oder Fluorid. Zwar sind beide Stoffe gut für uns, doch zu viel Eisen lässt das Wasser unangenehm schmecken und zu viel Fluorid macht weiße Flecken auf den Zähnen. "Wer sich salzarm ernähren will oder muss – wie beispielsweise Herz- oder Nierenkranke – sollte darauf achten, dass das Wasser nicht mehr als 20 Milligramm Natrium pro Liter enthält." Säuglinge und Kleinkinder sollten ohnehin natriumarm ernährt werden, da die Nieren noch nicht ihre volle Funktionsfähigkeit erreicht haben. "Für Sportler gilt", so die Ernährungsfachfrau, "Wer viel schwitzt, ist mit einem mineralstoff- und natriumreichen Wasser besser bedient."

Und noch eine überraschende Information hat Isabelle Keller für mich. Das Wasser aus dem Hahn ist durchaus eine Alternative: "Leitungswasser wird in Deutschland bei der Abgabe genau so streng kontrolliert wie Mineralwasser. Es enthält nur weniger Mineralien und kommt nicht aus einer Quelle." Doch vor dem Verzehr sollte man klären, dass die Rohre im Haus kein Blei oder Kupfer enthalten. "Fragen Sie beim Vermieter nach und wenn alles okay ist, können sie ruhig Leitungswasser trinken."